Bist du dir ein guter Freund? Wie du dein Selbstmitgefühl stärkst

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Selbstmitgefühl – was ist das schon wieder? Nun, in gewisser Weise das Gegenteil von Selbstkritik. Und dass zu viel Selbstkritik in Form von kraftzehrenden inneren Monologen dich nicht gerade weiterbringt, hast du vielleicht schon gemerkt. Wie du erfolgsversprechender mit dir selbst redest, erfährst du hier.

Heute möchte ich eine Übung mit dir teilen, mit der du mehr Mitgefühl für dich selber entwickeln kannst. Dass sie positive Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche wie Schutz vor Depression oder bessere Bewältigung von Scheidung und Trennung hat, wurde in aktuellen Studien nachgewiesen.

 

Doch was ist mit Selbstmitgefühl überhaupt gemeint? Und warum ist das wichtig?

Es geht dabei vor allem um eine starke und stabile Beziehung zu uns selbst, die nicht von unserer Leistung abhängt. Das heißt nicht, dass es uns nicht darum gehen darf, erfolgreich zu sein mit dem, was wir tun und wer wir sind.

Doch sollte dies nicht dazu führen, dass wir immer und überall perfekt sein wollen und keine Schwäche an uns dulden.

Für unser Wohlbefinden und unseren Lebenserfolg ist es wichtig, dass wir uns auch dann mögen, wenn wir einmal nicht erfolgreich sind oder sich mal eine Schwäche zeigt.

Dass wir unsere tatsächlichen und manchmal auch nur vermeintlichen Schwächen akzeptieren. Manche sind ein Teil von uns, der nicht oder kaum veränderbar ist.

Hören wir also auf damit, wertvolle Energie mit vergeblichen Kämpfen zu verlieren und uns selbst und unsere tieferen Ziele zu sabotieren.

 

Schreib dazu einen Brief an dich selbst!

Die folgende Grundlage für einen Brief an dich selbst wurde von der amerikanischen Psychologin Dr. Kristin Neff entwickelt und von mir leicht verändert. Eine kleine zeitliche Investition von etwa 15 Minuten, die sich zutiefst für dich lohnen kann.

Fokussiere dich auf eine konkrete Schwäche, die dich an dir stört und auf die damit verbundenen Gefühle.

  1. Überlege dir: Für was an dir selbst schämst du dich manchmal, fühlst dich unsicher oder hast den Eindruck, einfach nicht gut genug zu sein?
  2. Notiere dir das. Am besten mit Stift und Papier. Wenn du das nicht möchtest, mit einem Schreibprogramm.
  3. Schreib auch auf, wie du dich aufgrund der Sache aus Punkt 1 fühlst. Wenn für dich mehrere Gefühle damit verbunden sind, schreibe alle auf. Sei dabei ehrlich mit dir. Niemand außer dir liest diesen Brief, wenn du ihn nicht gerade offen liegen lässt.

Ganz wichtig: Während du diesen Brief schreibst, fühle und drücke Akzeptanz und Verständnis für die Sache aus, die du an dir nicht magst.

 

Zusatztipps:
  •  Achte auf eine wohlwollende Perspektive.

Nimm die Perspektive ein, die du gegenüber einem Menschen einnehmen würdest, den du bedingungslos liebst und den du ohne Gegenleistung akzeptierst. Vergegenwärtige dir deine Gefühle und Gedanken gegenüber diesem Menschen und konzentriere dich dann ganz auf dich selbst.

  •  Denk daran: Niemand ist ohne Schwäche. Das verbindet dich mit allen.

Jeder oder nahezu jeder mag irgendetwas an sich nicht. Niemand ist perfekt und ohne Fehler.

  •  Überlege dir:

Was brauchst du, um deine Schwäche besser akzeptieren zu können? Wie wirst du jetzt und in Zukunft mit ihr umgehen?

 

Wenn du fertig bist, leg den Brief weg und schau ihn dir nach ein paar Tagen an. Alternativ erst dann, wenn du dich über die im Brief zur Sprache gebrachte Sache wieder einmal ärgerst oder darüber frustriert oder traurig bist.

 

Übrigens: Was dir möglicherweise dein Gefühl ohnehin schon sagt, belegen jetzt auch wissenschaftliche Studien. Mitgefühl für dich selbst stärkst du auch, indem du Mitgefühl und Unterstützung für andere aufbringst.

 

 

Bild: patrykdzido

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