Echte Sou­ve­rä­ni­tät: 3 Kenn­zei­chen

Echte Sou­ve­rä­ni­tät: 3 Kenn­zei­chen

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Was echte Sou­ve­rä­ni­tät nicht ist

Es gibt Men­schen, die sich dann für sou­ve­rän hal­ten, wenn sie in jeder Situa­tion cool blei­ben und keine wah­ren Gefühle zei­gen. Wenn sie kei­ner­lei Schwä­che zuge­ben und es schaf­fen, so zu wir­ken, als ob sie Herr über jede Lage wären und ihren per­sön­li­chen Fokus stets dar­auf legen, gut dazu­ste­hen, bella figura zu machen. Sie sind nicht echt sou­ve­rän.

Tun sie sich einen Gefal­len damit? Ich glaube nicht. Denn auf die lange Sicht geht es darum, sich wirk­lich sou­ve­rän und ein­ver­stan­den zu füh­len, mit dem, was man tut, und wer man ist. Was nicht heißt, dass es nicht Spiel­raum für Ent­wick­lung gibt. Und wer übt, kann noch nicht Meis­ter sein. Doch das ist ein ande­res Thema.

Warum ist echte Sou­ve­rä­ni­tät wich­ti­ger als die reine Wir­kung? Aus meh­re­ren Grün­den. Einer davon ist schlicht der, dass sou­ve­rän zu wir­ken, ohne sich so zu füh­len bzw. echt sou­ve­rän zu sein, ziem­lich anstren­gend und auf Dauer kaum mög­lich ist.

 

 

3 Kenn­zei­chen ech­ter Sou­ve­rä­ni­tät

  1. Echte und nach­hal­tige Sou­ve­rä­ni­tät ist nur mit einem Min­dest­maß an Offen­heit und Ehr­lich­keit gegen­über den eige­nen Gefüh­len und in ange­mes­se­ner Authen­ti­zi­tät gegen­über ande­ren mög­lich, da es sonst keine trag­fä­hige Bezie­hung gibt — weder zu sich selbst noch zu Geschäfts­part­nern, Zuhö­rern oder Kun­den.
  2. Sou­ve­rä­ni­tät beinhal­tet, in mög­lichst freier Über­ein­stim­mung mit sei­nen Wer­ten und Gefüh­len zu leben, ohne sich von letz­te­ren über­flu­ten zu las­sen. Jedoch auch ohne sie zu ver­drän­gen. Höchs­tens mal kurz­fris­tig. Werte und per­sön­li­che Unab­hän­gig­keit wer­den gewahrt und nicht gleich auf­ge­ge­ben, wenn es schwie­rig wird.
  3. Ein wich­ti­ges Kenn­zei­chen ech­ter Sou­ve­rä­ni­tät besteht nicht zuletzt darin, ande­ren Men­schen den glei­chen Respekt zu erwei­sen wie sich selbst. Denn echte Sou­ve­rä­ni­tät impli­ziert gerade nicht, sich ande­ren Men­schen gegen­über über­le­gen zu füh­len. Das haben echt sou­ve­räne Men­schen gar nicht nötig. So der bekannte Busi­nes­sphi­lo­soph und Experte für per­sön­li­che Sou­ve­rä­ni­tät Sté­phane Etril­lard.

All das spie­gelt sich idea­ler­weise in der Kom­mu­ni­ka­tion wider — ob im Pri­va­ten, Beruf­li­chen oder Poli­tisch-Gesell­schaft­li­chen. (Natür­lich gibt es in die­sen Berei­chen unter­schied­li­che Grade der Kom­mu­ni­ka­tion, Authen­ti­zi­tät und Offen­heit. Und doch gibt es zen­trale Gemein­sam­kei­ten und eine bestimmte grund­sätz­li­che Sicht auf das Thema, die ich sehr wich­tig finde. Und dar­auf hebt die­ser Impuls vor allem ab.)

 

 

Was folgt dar­aus für eine echt sou­ve­räne Kom­mu­ni­ka­tion?

Ein echt sou­ve­rä­ner Mensch legt sei­nen Fokus nicht dar­auf, ein­fach nur selbst­si­cher auf­zu­tre­ten, son­dern er ist über­zeugt von dem, was er zu sagen hat. Was nicht heißt, dass ein Selbst­si­cher­heits­trai­ning bei­spiels­weise für schüch­terne Men­schen oder vor einer beson­de­ren Her­aus­for­de­rung wie einem wich­ti­gen Auf­tritt nicht trotz­dem sinn­voll sein kann.

Doch sou­ve­rän zu kom­mu­ni­zie­ren heißt vor allem, authen­tisch und glaub­wür­dig zu sein und nicht nur auf eine bestimmte Wir­kung bedacht. Den Fokus auf bestimmte Wir­kung zu rich­ten, ohne zu dem dahin­ter­lie­gen­den Inhalt zu ste­hen bzw. gar kei­nen bestimm­ten Inhalt zu ver­tre­ten, wird frü­her oder spä­ter nicht nur vom Publi­kum oder Gesprächs­part­ner durch­schaut, son­dern führt zu mas­si­ven Inte­gri­täts­pro­ble­men. Auch sie wer­den über kurz oder lang — davon bin ich über­zeugt — auf den Red­ner zurück­fal­len.

 

Zu guter Letzt:

Von ech­ter Sou­ve­rä­ni­tät zeu­gen kei­nes­falls eine zur Schau gestellte (Pseudo-)Überlegenheit und Domi­nanz, son­dern viel mehr die Gelas­sen­heit eines Men­schen, der neben sei­nen Zie­len seine Stär­ken und Schwä­chen kennt, der mit sich im Rei­nen ist und der weiß, dass Kom­mu­ni­ka­tion keine one-man-show ist.

 

 

Bild: geralt

2 Antworten

  1. Jörg
    | Antworten

    Ich stimme voll­kom­men zu.
    Und wenn es gelingt, fühlt es sich bestimmt wun­der­bar an, so wie eine Umar­mung eines ech­ten Freun­des.
    Doch woher nehme ich die Kraft und den Mut, auf diese Art authen­tisch zu sein?

  2. Manuela Sekler
    | Antworten

    Lie­ber Jörg,

    echte Sou­ve­rä­ni­tät, die maß­volle Authen­ti­zi­tät ein­schließt, setzt aus mei­ner Sicht vor allem vor­aus, dass man sich für sie ent­schei­det, bewusst so leben möchte und das dann bei den sich dafür bie­ten­den Gele­gen­hei­ten übt.

    Wenn du kon­kret vor einer Her­aus­for­de­rung stehst, bei der du sou­ve­rän und mög­lichst authen­tisch sein willst, könn­test du dich fra­gen, wann es dir zuletzt gelun­gen ist, so zu sein bzw. zu han­deln und dich in diese Situa­tion mög­lichst detail­liert zurück­ver­set­zen. Das gibt dir Impulse und Mut für die aktu­elle Her­aus­for­de­rung und stärkt den Glau­ben an deine Selbst­wirk­sam­keit.

    Herz­lichst
    Manuela

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