Emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den: Sei es dir wert!

Emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den: Sei es dir wert!

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Emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den?

Keine Sorge, es geht mir kei­nes­wegs darum, dass du dich nicht mehr in dei­ner Tiefe auf Bezie­hun­gen ein­lässt. Genauso wenig zielt das Thema emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den dar­auf, dass du dich emo­tio­nal völ­lig unab­hän­gig von ande­ren Men­schen machst.

Letz­te­res ist so auch gar nicht mög­lich. Schon des­halb nicht, weil du als Mensch ein sozia­les und emp­find­sa­mes Wesen bist. Zumin­dest hoffe ich, dass das für dich als Lese­rin oder Leser mei­nes Bei­trags gilt.

Hin­zu­kommt, dass viele von uns einen zen­tra­len Sinn ihres Lebens darin sehen, mit bestimm­ten Men­schen ganz beson­ders inten­siv in Bezie­hung zu sein. Das setzt vor­aus, dass wir wil­lens und fähig sind, uns dem andern in einer beson­de­ren Weise emo­tio­nal zu öff­nen.

 

Voll­kom­men emo­tio­nal unab­hän­gig?

Dar­aus ergibt sich schon mehr oder weni­ger aus der Logik der Sache, dass wir ins­be­son­dere in unse­rer Lie­bes­be­zie­hung, aber auch in ande­ren nahen Bezie­hun­gen, emo­tio­nal nicht voll­kom­men unab­hän­gig sind. Eine gewisse emo­tio­nale Abhän­gig­keit ist hier nor­mal und wich­tig.

Du siehst also: Voll­kom­mene emo­tio­nale Unab­hän­gig­keit ist eher unrea­lis­tisch und auch nicht wün­schens­wert. Zumin­dest dann nicht, wenn wir uns einem ande­ren Men­schen gegen­über wirk­lich emo­tio­nal öff­nen.

Wenn im Fol­gen­den also von emo­tio­na­ler Abhän­gig­keit die Rede ist, bezieht sich das auf unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit.

Sie ist unter ande­rem dadurch cha­rak­te­ri­siert, dass sie ein­sei­tig ist. Und der emo­tio­nal Abhän­gige sein gan­zes Wohl und Wehe von einem ande­ren Men­schen abhän­gig macht. Eine sol­che Abhän­gig­keit gilt es zu über­win­den. Sie führt zwangs­läu­fig zu Pro­ble­men und ver­hin­dert in den aller­meis­ten Fäl­len eine lang­fris­tig glück­li­che Bezie­hung.

Emo­tio­nale Abhän­gig­keit kann prin­zi­pi­ell inner­halb jeder Bezie­hung zu einem oder meh­re­ren ande­ren Men­schen vor­kom­men. Ich lege den Schwer­punkt im Fol­gen­den auf das Thema Abhän­gig­keit in der Part­ner­schaft, weil das Thema viele beson­ders stark beschäf­tigt.

Wenn ich den Begriff Part­ner ver­wende, sind natür­lich alle Geschlech­ter ange­spro­chen.

 

 

 

Was erwar­tet dich in die­sem Bei­trag?

Wie ist es bei dir? Hast du den Ein­druck, mög­li­cher­weise in einer dei­ner Bezie­hun­gen oder ins­be­son­dere in dei­ner Part­ner­schaft in unge­sun­der Weise emo­tio­nal abhän­gig zu sein oder zumin­dest eine unge­sunde Ten­denz dazu zu haben?

Du erfährst in die­sem Bei­trag,

  • was emo­tio­nale Abhän­gig­keit ist und wie sie sich erken­nen lässt,
  • wel­che nega­ti­ven Kon­se­quen­zen es für dich hat, wenn du emo­tio­nal von dei­nem Part­ner abhän­gig bist,
  • und vor allem, was du tun kannst, um unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit zu über­win­den.

Damit du vol­ler Freude und ohne Angst dein (Beziehungs-)Leben genie­ßen kannst.

In die­sem Zusam­men­hang geht es nicht zuletzt auch darum, wie du es in einer guten Weise kul­ti­vierst, mit dir allein zu sein. Denn diese Fähig­keit ist unglaub­lich wert­voll.

Wich­tig ist hier auch zu ver­ste­hen: Die Fähig­keit des Alleins­ein­kön­nens beinhal­tet nicht die Unfä­hig­keit, eine ehr­li­che und tiefe Lie­bes­be­zie­hung zu einem ande­ren Men­schen zu leben. Ver­mut­lich ist es anders­herum.

Legen wir also los!

 

 

 

Unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit und wie sie dir scha­det

Ganz klar, wir alle freuen uns über die Aner­ken­nung und Bestä­ti­gung durch andere. Und ja, ein Stück weit sind wir mehr oder weni­ger alle auf posi­ti­ves Feed­back ange­wie­sen. Auch um unser Selbst­ver­trauen zu stär­ken. Um posi­tive Refe­renz­erfah­run­gen im Außen zu machen.

Die Grenze zu unge­sun­der emo­tio­na­ler Abhän­gig­keit über­schrei­test du dann, wenn du in über­trie­be­ner Weise die Bestä­ti­gung und Aner­ken­nung ande­rer und ins­be­son­dere die dei­nes Part­ners brauchst.

Die Grenze ist über­schrit­ten, wenn du nicht mehr über­legst, hat der andere über­haupt recht mit dem, was er über mich sagt. Wenn du nicht mehr in Frage stellst, wie sich dein Part­ner dir gegen­über benimmt, obwohl sich andere schon längst wun­dern. Oder du dich bereit­wil­lig sei­nen Ansich­ten und Vor­ha­ben unter­wirfst. Und dabei deine eige­nen Werte und Ziele, die nicht kon­form mit den sei­nen sind, unter den Tisch fal­len lässt.

 

Abhän­gi­ger Selbst­wert

Dein Selbst­bild und Selbst­wert hän­gen dann fast voll­stän­dig davon ab, wie du bei dei­nem Part­ner ankommst. Des­halb rich­test du dein gan­zes Stre­ben danach, sei­nen Wün­schen zu ent­spre­chen.

Per­sön­lich­keits­as­pekte, Wün­sche und Bedürf­nisse, von denen du ver­mu­test, dass sie ihm nicht an dir gefal­len, lässt du in der Ver­sen­kung ver­schwin­den.

In gewis­ser Weise lebst du so ein Schein-Selbst.

 

Fra­gen, mit denen du merkst, ob du emo­tio­nal abhän­gig bist

Hast du den Ein­druck, dass du emo­tio­nal abhän­gig von dei­nem Part­ner sein könn­test?

Um das her­aus­zu­fin­den, stell dir zum Bei­spiel diese Fra­gen:

  1. Krei­sen meine Gedan­ken und Gefühle bestän­dig um mei­nen Part­ner?
  2. Sage ich, was ich denke, oder das, von dem ich ver­mute, dass es der andere hören will?
  3. Wenn ich nicht genau weiß, was mein Part­ner gerade macht, hin­dert mich das daran, mich auf mein eige­nes Tun zu kon­zen­trie­ren?
  4. Wel­che Hob­bys und Inter­es­sen, die mein Part­ner nicht teilt, pflege ich?
  5. Habe ich den fast unwi­der­steh­li­chen Drang zu kon­trol­lie­ren, was mein Part­ner tut, wenn er nicht gerade mit mir zusam­men ist?

 

 

 

Warum du emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den soll­test

Erkennst du dich in eini­gen Fra­gen wie­der? Dann kannst du dir viel­leicht aus­ma­len, dass dar­aus über kurz oder lang mas­sive Pro­bleme erwach­sen.

Pro­bleme ent­ste­hen in fol­gen­den Berei­chen:

  1.  Für die Bezie­hung, die durch deine Ver­stel­lungs­show in gewis­ser Weise zur Farce gerät und so ganz sicher nicht auf Augen­höhe statt­fin­den kann. Ganz davon abge­se­hen, dass du durch deine emo­tio­nale Abhän­gig­keit Druck auf dei­nen Part­ner aus­übst, der ihn frü­her oder spä­ter an eurer Bezie­hung zwei­feln lässt oder sie ihm gar ver­un­mög­licht.
  2. Und vor allem für dich selbst. Für deine Mög­lich­kei­ten, statt bestän­di­ger Angst und Sorge, die Liebe dei­nes Part­ners zu ver­lie­ren, inner­lich frei und erfüllt zu leben.
  3. Emo­tio­nale Abhän­gig­keit hat Sucht­cha­rak­ter mit vie­len nega­ti­ven Kon­se­quen­zen für dei­nen Gemüts­zu­stand, deine Bezie­hun­gen und deine emo­tio­nale Gesund­heit. Sie ver­hin­dert Selbst­be­stim­mung, inne­ren Frie­den und wah­res Glück.

Wie schön und befrei­end wäre es doch dage­gen, wenn du deine unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den wür­dest? Um wie­viel bes­ser würde es dir gehen?

Doch bevor wir uns das näher anse­hen, kurz zur Frage, wie unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­haupt ent­steht

 

3 mög­li­che Ursa­chen für emo­tio­nale Abhän­gig­keit

Mit abso­lu­ter Sicher­heit kön­nen wir nie wis­sen, warum jemand Bestimm­tes in einer Bezie­hung emo­tio­nal abhän­gig gewor­den ist. Oft kom­men unter­schied­li­che Fak­to­ren zusam­men.

Gleich­wohl dür­fen wir davon aus­ge­hen, dass es sich bei den fol­gen­den drei Punk­ten um wich­tige mög­li­che Ursa­chen han­delt.

  1. Ver­lust- und Tren­nungs­er­fah­run­gen, die innere Nar­ben hin­ter­las­sen haben.
  2. Erlernte emo­tio­nale Abhän­gig­keit durch das Vor­bild einer frü­hen Bezugs­per­son.
  3. Schwa­ches Selbst­wert­ge­fühl — ein ganz gro­ßes Thema mit vie­len Facet­ten auch bei emo­tio­na­ler Abhän­gig­keit.

 

 

 

Die Alter­na­tive zu emo­tio­na­ler Abhän­gig­keit: Nimm dein Glück selbst in die Hand!

Wie bereits ange­deu­tet: Voll­kom­mene emo­tio­nale Unab­hän­gig­keit von einem Men­schen, dem wir uns in exklu­si­ver Weise emo­tio­nal öff­nen, halte ich für eher unrea­lis­tisch oder zumin­dest für ein see­ehr sel­te­nes Phä­no­men.

Den­noch gilt, dass es für dein nach­hal­ti­ges Glück und Wohl­be­fin­den außer­or­dent­lich wich­tig ist, bei­des nicht von einer ande­ren Per­son abhän­gig zu machen. Zumin­dest nicht in der Weise, dass du das Gefühl hast, ohne diese Per­son nicht leben zu kön­nen oder ohne diese Per­son ins Unglück zu stür­zen.

Liebe und Abhän­gig­keit sind nicht das­selbe

Lei­der tra­gen nicht wenige Hol­ly­wood­sch­mon­zet­ten und Texte von Pop­songs das ihre dazu bei, uns glau­ben zu las­sen, dass der­ar­tige Gefühle gerade ein Zei­chen von beson­ders star­ker Liebe seien. Doch das sind sie defi­ni­tiv nicht.

Hier wer­den Liebe und Abhän­gig­keit ver­wech­selt oder es wird nur das auf­re­gende Gefühl der Ver­liebt­heit und Attrak­tion besun­gen, was ja auch bei wei­tem nicht das­selbe wie Liebe ist. Das wirk­lich Blöde daran: Sol­che Filme und Lie­der gehen nicht nur an der Rea­li­tät gesun­der und trag­fä­hi­ger Lie­bes­be­zie­hun­gen vor­bei, son­dern sind rich­tig­ge­hend schäd­lich. Näm­lich dann, wenn du sie zu ernst nimmst oder dich gar damit iden­ti­fi­zierst.

Ganz beson­ders gilt das, wenn du ohne­hin schon in unge­sun­der Weise emo­tio­nal abhän­gig bist. Und dich im Zusam­men­hang damit bereits von dei­nen ande­ren Lebens­be­rei­chen und dei­nem eige­nen Selbst abge­schnit­ten hast.

 

Emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­den: Eine gute Bezie­hung zu dir selbst

Es ist auch ganz wich­tig zu ver­ste­hen: Eine Bezie­hung ist dann umso ehr­li­cher und erfül­len­der, je mehr du in einem guten Kon­takt mit dir selbst bist. Und je zufrie­den­stel­len­der dir dein Leben auch außer­halb der Bezie­hung zu dei­nem Part­ner erscheint.

Viel­leicht hast du auch schon ein­mal die Erfah­rung gemacht, wie ner­vig und unleid­lich ein Part­ner sein kann, der nichts mit sich selbst anzu­fan­gen weiß. Oder ein Part­ner, der stän­dig unzu­frie­den ist und nur an allem rum­jam­mert. Fast nur ande­ren die Schuld an sei­ner Misere gibt und sei­nen eige­nen Anteil geflis­sent­lich über­sieht. Oder der zumin­dest die­sen Anschein erweckt und keine Ver­ant­wor­tung für sein Leben über­nimmt.

Sorge du des­halb gut für dich und nimm das Steuer für dein Leben fest in deine Hand. Erkunde mit Nach­druck deine eige­nen Werte und Ziele und vor allem: Dele­giere dein Glück nicht auf dei­nen Part­ner!

Viel­leicht fragst du dich jetzt: Ja das leuch­tet mir irgend­wie schon ein. Aber wie komme ich dahin?

 

 

 

Wie du emo­tio­nale Abhän­gig­keit über­win­dest — 5 Schritte

1. Mach dir deine emo­tio­nale Abhän­gig­keit bewusst!

Wenn du emo­tio­nal abhän­gig bist, hältst du dein Leben nicht mehr in dei­ner Hand, son­dern hast es gewis­ser­ma­ßen in die Hände dei­nes Part­ners gelegt. Oder här­ter for­mu­liert: Du lässt dich von dei­nem Part­ner fremd­be­stim­men und rich­test dein Tun nach ihm aus. Bist dabei vol­ler Angst und Panik, dass er dich eines schö­nen Tages ver­las­sen könnte.

Gibst ihm  gewis­ser­ma­ßen die Ver­ant­wor­tung über dein Leben ab.

Wenn du deine Abhän­gig­keit über­win­den willst, ist es not­wen­dig, dass du dir die­ser unan­ge­neh­men Wahr­heit völ­lig bewusst bist, auch wenn es weh tut oder du dich dafür schämst. Nur so kannst du dir die Macht über dein Leben, über dein Ver­hal­ten, über deine Gedan­ken und Gefühle zurück­er­obern.

Hilf­reich ist hier auch, wenn du dir den Schmerz in all sei­nen Aus­ma­ßen und Facet­ten ver­ge­gen­wär­tigst, den du ertra­gen musst, wenn alles beim Alten bleibt. Den du tag­ein tag­aus spü­ren wirst, wenn du deine emo­tio­nale Abhän­gig­keit nicht über­win­dest.

 

 

2. Triff die glas­klare Ent­schei­dung, unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit zu über­win­den!

Viel­leicht ist es dir in einem ande­ren Zusam­men­hang schon ein­mal auf­ge­fal­len: Willst du ein für dich bedeu­tungs­vol­les Ziel errei­chen, hast du fast immer dann den bes­ten Erfolg, wenn du dich glas­klar und ein­deu­tig dafür ent­schie­den hast, dass du die Sache angehst. Und alles in dei­ner Macht Ste­hende dafür tust.

Es hilft wenig, irgend­wel­che Bedin­gun­gen an das zu errei­chende Ziel zu stel­len. Unge­fähr so: Falls ich mich mor­gen gut fühle, ergreife ich Maß­nahme XY für mehr emo­tio­nale Unab­hän­gig­keit. Oder: Wenn meine Freun­din Corinna fin­det, dass ich recht unselbst­stän­dig gewor­den bin, werde ich mir even­tu­ell über­le­gen, ob ich auch ohne Part­ner auf die Ver­nis­sage gehe … Was glaubst du, was bei einer sol­chen halb­her­zi­gen Her­an­ge­hens­weise her­aus­kommt?

Ich bin mir da fast sicher: Vor allem Ver­geu­dung von wert­vol­ler Lebens­en­er­gie. Lei­der.

Daher, wenn es dir wirk­lich ernst damit ist, deine emo­tio­nale Abhän­gig­keit zu über­win­den, triff deine glas­klare Ent­schei­dung dafür. Und ver­pflichte dich von nun an vor dir selbst dazu. Du wirst kon­kret und bestän­dig an die­sem Thema arbei­ten, komme was wolle. Vie­len hilft dabei, diese Ver­pflich­tung schrift­lich fest­zu­hal­ten. Oder eine Per­son ihres Ver­trau­ens ein­zu­wei­hen. Oder gleich bei­des.

 

 

3. Richte den Fokus auf dein Leben: Ent­wickle oder reak­ti­viere eigene Inter­es­sens­ge­biete!

  • Wel­che The­men unab­hän­gig von dei­nem Part­ner inter­es­sie­ren dich? Wel­che Hob­bys oder Inter­es­sen hast du vor dei­ner Bezie­hung gepflegt?
  • Viel­leicht warst du frü­her in Ver­ei­nen oder Grup­pen aktiv, die du wegen dei­ner Bezie­hung auf­ge­ge­ben hast und denen du dich wie­der anschlie­ßen willst?
  • Gibt es beruf­li­che Wei­ter­bil­dun­gen oder sol­che zur Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung, die dich anspre­chen?
  • Wo fin­dest du Kon­takt zu ande­ren Men­schen, die deine Inter­es­sen tei­len?

Wenn du gezielt dei­nen eige­nen Wer­ten und Inter­es­sen nach­gehst und nicht mehr nur das Echo dei­nes Part­ners bist, stärkt das nicht zuletzt dein Selbst­be­wusst­sein und dein Selbst­wert­ge­fühl enorm. Und wie oben gese­hen war ja gerade ein schwa­cher Selbst­wert eine zen­trale Ursa­che für unge­sunde emo­tio­nale Abhän­gig­keit

 

 

4. Übe dich in der Kunst, in guter Weise allein zu sein!

Die Fähig­keit, auch mit sich allein sein zu kön­nen, ist wert­voll. Vor allem gilt es sie zu erler­nen, wenn du deine emo­tio­nale Abhän­gig­keit zu einem ande­ren Men­schen über­win­den willst. Wer in einer guten Weise mit sich allein sein kann und eine sta­bile Bezie­hung zu sich selbst hat, führt viel eher ehr­li­che und gesunde Bezie­hun­gen auf Augen­höhe.

Wenn du von einem bestimm­ten Men­schen emo­tio­nal abhän­gig bist oder ganz all­ge­mein zu emo­tio­na­ler Abhän­gig­keit zu ande­ren Men­schen ten­dierst, fällt es dir womög­lich beson­ders schwer, deine eige­nen emo­tio­na­len Bedürf­nisse zu befrie­di­gen.

Viel­leicht hast du gene­rell Pro­bleme damit, Zeit mit dir alleine zu ver­brin­gen. Die Zeit des Allein­seins erscheint dir sinn­los ver­schwen­det, weil du nicht weißt, was du mit dir anfan­gen sollst. Oder es macht dir Angst, weil du unan­ge­nehme Gedan­ken und Gefühle befürch­test, denen du dich nicht stel­len möch­test.

Doch das muss nicht so blei­ben. Allein­sein lässt sich erler­nen und trai­nie­ren. Und wie bereits ange­deu­tet: Nicht, um auf die Freu­den einer Part­ner­schaft zu ver­zich­ten, son­dern um ihrer nicht unbe­dingt zu bedür­fen. Ein gro­ßer Unter­schied!

 

Wie kannst du Allein­sein üben?

Eine rela­tiv ein­fa­che Mög­lich­keit ist, dass du mal dar­über nach­denkst, was du frü­her gerne allein gemacht hast und dir über­legst, ob du das auch heute wie­der tun willst. Zum Bei­spiel lesen, spa­zie­ren gehen, schwim­men, ein Instru­ment spie­len, schrei­ben, malen, schrei­nern usw. Alles Dinge, die du wun­der­bar allein machen kannst. Und die teil­weise erst ihren beson­de­ren Reiz ent­wi­ckeln, wenn wir dabei alleine sind.

Viel­leicht fal­len dir auch ganz andere Dinge ein, auf die du Lust hast. Wenn du schon lange Zeit nicht mehr alleine mit dir warst, ist gut mög­lich, dass es zu Beginn unge­wohnt für dich ist. Und es dir etwas schwer fällt, dich auf die jewei­lige Tätig­keit zu kon­zen­trie­ren. Habe dann Geduld mit dir. Die Kon­zen­tra­tion wird dir zuneh­mend leich­ter fal­len und mehr Freude berei­ten. Wich­tig ist, dass du eine Gewohn­heit dar­aus machst. Also Regel­mä­ßig­keit pflegst, auch wenn du mal keine allzu große Lust ver­spürst.

Wenn du darin geübt bist, kannst du zusätz­lich eine wei­tere Stra­te­gie aus­pro­bie­ren. Näm­lich dir täg­lich ganz bewusst, viel­leicht anfangs 10 Minu­ten, Zei­ten des Allein­seins zu neh­men. Zei­ten, in denen du etwa medi­tierst oder dei­ner inne­ren Stimme lauschst.

 

Wie­viel Allein­sein? Auch eine Frage des Natu­rells

Wel­che Form und Inten­si­tät du auch wählst: Das Allein-Sein-Kön­nen ist eine bedeu­tende Zutat zu inne­rer Frei­heit und Gemüts­ruhe. Für die einen mehr und für die ande­ren etwas weni­ger. Dies ist neben­bei bemerkt auch eine Frage davon, wie intro­ver­tiert oder extra­ver­tiert du bist. Extra­ver­tierte Men­schen tan­ken im Kon­takt mit ande­ren Men­schen Ener­gie.

Doch egal, ob extra- oder intro­ver­tiert: In jedem Fall soll­test du es gut aus­hal­ten kön­nen, eine Zeit lang ohne einen bestimm­ten Men­schen zu sein. Außer viel­leicht, du bist ganz frisch ver­liebt…

 

 

5. Plane kon­krete Schritte und komme ins Tun!

Arbeite aktiv daran, (wie­der) selbst­stän­di­ger zu wer­den. Tu jeden Tag etwas ganz Kon­kre­tes dafür, dass du emo­tio­nal unbe­schwer­ter wirst. Dass du dich (wie­der) mehr und mehr auf dein eige­nes Leben fokus­sierst. Dich mehr und mehr auf deine eige­nen Werte und Ziele kon­zen­trierst. Und dich immer weni­ger darum scherst, was dein Part­ner gerade tut. Mit wem er sich trifft, was er über dich den­ken könnte usw. usw.

Mach jeden Tag min­des­tens einen ganz kon­kre­ten Schritt in die rich­tige Rich­tung. Wenn du dir mehr zutraust, auch meh­rere. Über­for­dere dich jedoch nicht. Lie­ber weni­ger und klei­nere Schritte und die dafür kon­ti­nu­ier­lich.

Was könn­ten sol­che Schritte sein?

  • Dich mit einem Buch oder mit power­vol­ler Musik ablen­ken, wenn du dir Sor­gen dar­über machst, was dein Part­ner gerade tut,
  • dich mit einer Freun­din zu einer bestimm­ten Unter­neh­mung tref­fen,
  • dir für den nächs­ten Tag etwas Schö­nes für dich allein vor­neh­men,
  • Kurse und Wei­ter­bil­dun­gen zu dei­nen per­sön­li­chen und beruf­li­chen Inter­es­sen recher­chie­ren,
  • dich für einen Kurs oder eine Stu­di­en­reise anmel­den.

Belohne dich mit etwas Schö­nem, nach­dem du einen Schritt in dein neues freie­res Leben geschafft hast. Viel­leicht mit einem schö­nen Spa­zier­gang außer der Reihe? Einem Anruf bei einer lie­ben Per­son, deren Stimme dir gut­tut? Viel­leicht fällt dir auch etwas ganz ande­res ein.

 

Erfolgs- und Dank­bar­keits­ta­ge­buch

Eine wei­tere Mög­lich­keit, deine Erfolge zu wür­di­gen und zu ver­stär­ken, ist ein Erfolgs- und Dank­bar­keits­ta­ge­buch. Trage hier jeden Abend deine Erfolge ein. Auch die noch so klei­nen. Notiere außer­dem, wofür du dank­bar bist. Dank­bar­keit kann ein wah­rer Glücks- und Erfolgs­turbo sein.

Bitte denk daran: Es ist über­aus hilf­reich für dei­nen erfolg­rei­chen Start in ein emo­tio­nal leich­te­res Leben, jeden Abend dar­auf zu fokus­sie­ren, was am jewei­li­gen Tag gut war.

Das muss gar nicht immer ein offen­sicht­li­cher Erfolg sein, son­dern kann auch in einer wich­ti­gen Lern­er­fah­rung lie­gen. Und wenn mal dein abend­li­ches Resü­mee so gar nichts Posi­ti­ves her­zu­ge­ben scheint, hadere nicht damit. Richte statt­des­sen dein Augen­merk dar­auf, was du am nächs­ten Tag bes­ser machst.

 

 

 

Über­wun­dene emo­tio­nale Abhän­gig­keit ebnet den Weg zu Bezie­hun­gen auf Augen­höhe

Wenn du eine gute Bezie­hung zu dir selbst hast, wirst du auch eine Lie­bes­be­zie­hung nach­hal­tig glück­li­cher füh­ren kön­nen. Und mit viel mehr Leich­tig­keit. Dann wird nicht mehr Angst dein Tun lei­ten. Son­dern du ermög­lichst dir und dei­nem Part­ner Liebe auf Augen­höhe und gleich­be­rech­tigte Wert­schät­zung. Denn wenn du dich selbst als wert-voll erach­test und dei­nen Wert selbst-bewusst aus­strahlst, wird ihn auch ein Part­ner viel eher erken­nen.

 

Bil­der: Free-Pho­tos, StockS­nap

2 Antworten

  1. Dario
    | Antworten

    Ja, jeden Abend noch ein­mal erin­nern: Wofür kann ich heute dank­bar sein, das tut gut. — Vie­len Dank, Manuela, für den anre­gen­den Arti­kel. — Eines jedoch geht mir nach der Lek­türe dei­ner Zei­len durch den Kopf: Wie finde ich die Balance: Einer­seits möchte ich mich mei­ner Part­ne­rin gegen­über nicht ver­stel­len, also auch Dinge anspre­chen, die mich bewe­gen, sie aber viel­leicht nicht inter­es­sie­ren oder sogar zu Kon­flik­ten füh­ren. Und ande­rer­seits (und viel­leicht steckt da schon die Lösung drin) darf und soll ich auch eigene Berei­che für mich haben. — Du emp­fiehlst es ja: Finde und pflege Zei­ten, in denen du gerne mit dir alleine bist.

    • Manuela
      | Antworten

      Freut mich, dass dir der Arti­kel gefällt.

      Ich denke, dass es sehr wich­tig ist, dich gegen­über dei­ner Part­ne­rin nicht zu ver­stel­len und alles anspre­chen zu kön­nen, was dich bewegt. Auch und gerade, wenn das zu Kon­flik­ten oder einem Streit­ge­spräch füh­ren könnte. Streit kann ohne­hin heil­sam sein.

      Gene­rell finde ich es für eine wert­schät­zende Bezie­hung wich­tig, dass sich die Part­ner schon prin­zi­pi­ell dafür inter­es­sie­ren, was den ande­ren bewegt, auch wenn sie das Thema als sol­ches nicht so span­nend fin­den. Natür­lich ist es dar­über hin­aus gut, noch wei­tere Men­schen zur Ver­tie­fung die­ser The­men oder Inter­es­sen zu haben. Für sich selbst — und auch zur Ent­las­tung der Bezie­hung. Kein Part­ner der Welt kann alle Bedürf­nisse und Lebens­be­rei­che voll­stän­dig abde­cken.

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