Mehr Glück und Erfolg mit Dankbarkeit

Mehr Glück und Erfolg mit Dankbarkeit

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Glück und Erfolg mit Dankbarkeit?

Auch wenn sie nicht besonders aufregend und erfolgsversprechend scheint, ist sie es in gewisser Weise doch – die gute alte Dankbarkeit.

Sie gilt nicht nur als klassische Tugend guten Lebens, sondern mittlerweile werden ihre positiven Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unseren Lebenserfolg von vielen empirischen Forschungsarbeiten belegt.

 

 

Glück und Erfolg mit Dankbarkeit? Ein paar empirische Beispiele

Bitte beachte, dass die Studienergebnisse selbstverständlich keine Aussagen über jeden einzelnen Menschen machen können. Das können Studienergebnisse nie.

Insofern sind die folgenden Zwischenüberschriften auch keine allgemeingültigen Wahrheiten und auf alle Menschen immer und überall anwendbar, sondern beziehen sich auf die jeweiligen Untersuchungsergebnisse.

 

Dankbarkeit motiviert, macht optimistischer und gesünder

In einem Experiment wurde einer Gruppe von Menschen aufgetragen, einige Minuten darüber nachzudenken, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind. Die Vergleichsgruppe bekam den Auftrag, einfach an irgendetwas zu denken. Diese Fragen wurden über einen Zeitraum von zehn Wochen wöchentlich wiederholt. Das Ergebnis war, dass die erste Gruppe über den gesamten Zeitraum des Experiments hinweg motivierter und optimistischer war. Zusätzlich wurden unterschiedliche Gesundheitsdaten gemessen. Alle hatten sich verbessert.

  • Input: dankbare Gedanken
  • Output: mehr Motivation, mehr Optimismus, mehr Gesundheit

 

Dankbarkeit reduziert Stress und verbessert den Schlaf

Andere Studien belegen, dass uns eine dankbare Haltung leichter ein- und durchschlafen lässt, Stress reduziert und dazu führt, dass wir weniger schnell depressiv werden.

  • Input: Dankbarkeit
  • Output: Schlaf verbessert, Stress reduziert, widerstandsfähiger geworden

 

Dankbarkeit lässt erfolgreicher Ziele erreichen

Eine weitere Untersuchung ergab, dass Menschen, die bewusst dankbar sind, ihre Ziele besser erreichen. Teilnehmer zweier Gruppen sollten sechs Dinge bestimmen, die sie in den folgenden zehn Wochen umsetzen wollen. Ein Teil der Gruppe bekam den Auftrag, begleitend ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Nach zehn Wochen zeigte sich, dass die dankbare Gruppe im Hinblick auf ihre Ziele um 20 Prozent erfolgreicher war als die Vergleichsgruppe.

  • Input: Dankbarkeitstagebuch über 10 Wochen
  • Output: 20% mehr Zielerreichung

 

Dankbarkeit wirkt unterstützend bei Depressionen und Ängsten

Auch in der Therapie von Depressionen und Angststörungen konnten mit Dankbarkeitsinterventionen positive Resultate erzielt werden. So wurden für eine Untersuchung einer amerikanischen Universität Patienten angewiesen, dreimal pro Woche für 20 Minuten Briefe zu schreiben, in denen sie den Empfängern ihre Dankbarkeit mitteilen sollten. Als drei Monate später die Hirnscans der Briefeschreiber mit denen einer Kontrollgruppe verglichen wurden, zeigte sich, dass bei ersteren unvorhergesehen viele Regionen des Gehirns in Bewegung waren. Mehr als es bei vielen anderen positiven Gefühlen der Fall gewesen wäre.

Weiterhin wird über diese Untersuchung berichtet:

Je öfter und regelmäßiger die Patienten das Gefühl der Dankbarkeit übten und verinnerlichten, desto dauerhafter und intensiver breitete sich ein positives Lebensgefühl aus.

  • Input: 3 mal pro Woche je 20 min. Dankesbriefe schreiben
  • Output: sehr aktives Hirn und signifikant verbessertes Lebensgefühl

Und so weiter.

 

Wenn das keine traumhaften Bilanzen sind …

Doch ganz so einfach ist es nicht. Studien sind zwar wichtig, doch wie bereits angedeutet, nicht alles.

 

 

Ist Dankbarkeit immer möglich und wünschenswert?

Wer schon einmal in einer Lebenssituation war, die ihm so richtig übel mitgespielt hat, weiß, dass die Crux gerade darin liegen kann, dass Dankbarkeit erstmal so ziemlich das letzte ist, mit dem man sich identifizieren kann oder dass sich auch bei gutem Willen das Gefühl der Dankbarkeit einfach nicht einstellt. Was dann möglicherweise weiteren Frust oder ein schlechtes Gewissen hervorrufen kann.

Also: Aus den Studien abzuleiten, dass Dankbarkeit alles kuriert und sich Dankbarkeit jederzeit auf Knopfdruck erzeugen lässt, ist so nicht und wäre auch ziemlich gruselig.

Mir geht es hier demnach nicht darum, unzulässig zu verallgemeinern, sondern ich möchte mit den in eine deutliche Richtung gehenden Ergebnissen der Dankbarkeitsforschung zeigen, dass wir mit einer recht verstandenen Kunst der Dankbarkeit mit einfachen Mitteln aus meiner Sicht erstaunlich viel für uns tun können.

Gerade auch dann, wenn es gerade nicht so gut läuft oder wir dazu tendieren alles negativ zu sehen. Uns von negativen Gefühlen überschwemmen zu lassen.

 

 

Dankbarkeit für nachhaltigen Erfolg und mehr Lebensglück

Doch wieso geht es uns mit einer dankbaren Haltung auf einer tieferen Ebene besser?

Wie verhllft uns Dankbarkeit zu einem erfüllten Leben, das auch schwierige Phasen integriert? Zu einem Leben, das Höhen und Tiefen als zum Leben gehörend akzeptiert und das Beste aus der jeweiligen Situation macht.

Aus der Vielzahl von Faktoren, die sich zum Teil wechselseitig bedingen, halte ich drei für besonders wichtig.

Dankbarkeit lenkt den Blick auf das, was wir haben und weniger auf das, was uns fehlt oder von dem wir glauben, dass es uns fehlt.

1. Mehr Glück und Erfolg, weil Dankbarkeit ein Bewusstsein von Fülle gibt

Vielleicht fragst du dich jetzt: Heißt das im Umkehrschluss, wir sollen nur noch positiv denken und das Schlechte einfach ausblenden – ungefähr nach dem Motto, was ich nicht sehe, ist nicht da? Nein, das wäre ziemlich dümmlich und wir würden es auch gar nicht glauben.

Jedoch empfinden die meisten Menschen dem renommierten Dankbarkeitsforscher Prof. Alex Wood zufolge chronisch zu wenig Dankbarkeit. Deshalb führe mehr Dankbarkeit zu einem ganzheitlicheren Bild der Wirklichkeit. Ohne dabei das Negative auszuschließen.

 

2. Dankbarkeit macht uns anziehender für andere Menschen

Wie ist das bei dir: Fühlst du dich mehr von Menschen angezogen, die schätzen, was sie haben und sind, oder magst du die lieber, die ständig meckern?

Und für wen würdest du lieber etwas tun? Für jemanden, der es dir dankt oder für einen Haar-in-jeder-Suppe-Sucher?

Sicherheitshalber füge ich hinzu: Das ist kein Plädoyer für Opportunismus, Trägheit oder Kritiklosigkeit, nur um gemocht zu werden. Darum geht es bei einer recht verstandenen Dankbarkeit nie!

 

3. Mehr Glück und Erfolg durch eine tiefgreifende Erfahrung von Lebenssinn, die durch Dankbarkeit befördert wird

Dankbare Menschen nehmen Momente der Ruhe und Schönheit besonders aufmerksam wahr, gerade weil sie wissen, dass nichts selbstverständlich ist.

Auch in schweren Stunden bewahren sie sich diesen Sinn fürs Schöne und erfreuen sich an dem, was sie noch haben.

Sie versöhnen sich mit dem Geschehenen und schauen dann vor allem nach vorne. Orientieren sich an dem, was jetzt möglich ist.

 

Tägliches Dankbarkeitsritual für mehr nachhaltiges Glück

Dankbarkeit lässt bewusst werden, dass nicht alles, was wir für selbstverständlich erachten, dies auch ist. Daher lohnt es sich in schwierigen Zeiten ganz besonders, Dankbarkeit zu kultivieren. Zumindest dann, wenn es uns nicht völlig gegen den Strich geht.

Zum Beispiel durch ein Dankbarkeitsritual am Abend, bei dem wir mindestens fünf Dinge notieren, für die wir dankbar sind.

Doch auch ganz ohne Krise schärft ein Dankbarkeitsritual unsere Achtsamkeit für die wertvollen Begegnungen, kleinen Erfolge und besonderen Augenblicke, die es am nächsten Tag zu entdecken gibt oder die wir vielleicht sogar selbst initiieren können.

 

Bild: johnhain

2 Antworten

  1. Rainer
    | Antworten

    Vielen Dank, Manuela, für deine Einblicke in die Dankbarkeit.
    Beim Lesen deines Blogs habe ich mir vorgenommen, dass ich fortan die Dankbarkeit auch in meine Beratungstätigkeit etwa bei Angststörungen stärker mit aufnehme.
    Für mich persönlich empfinde ich es als Bereicherung beim abendlichen Zähneputzen noch einmal zu überlegen, was im Tagesverlauf gut und schön war und wofür ich dankbar sein möchte.
    Denn nichts ist selbstverständilich, wie du sagst.

    • Manuela Sekler
      | Antworten

      Lieber Rainer,
      das freut mich, dass du den Aspekt Dankbarkeit mehr in deine Beratungen einbringen willst und ich wünsche dir ein gutes Gespür dafür, wann gute und wann weniger passende Gelegenheiten hierfür sind. Das zu erkennen gehört ja zu den wichtigen Qualitätsmerkmalen für unsere Beratungen und Coachings. Wir sollten uns einfühlen können, wo unser Klient gerade steht und ihn dort nicht einfach im Regen stehen lassen. Vor einem anderen Hintergrund thematisiere ich das auch in „Das Gute im Schlechten sehen?“ (https://e-beratung-coaching.de/das-gute-im-schlechten-sehen/)
      Super, dass du das abendliche Dankbarkeitsritual für dich selbst nutzt und es dich bereichert. Das macht dich nebenbei für deine Beratungstätigkeit in dieser Hinsicht viel glaubwürdiger.
      Viel Erfolg dir auf ganzer Linie und vielen lieben Dank für dein erfreuliches Statement!

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