Mehr Glück und Erfolg mit Dank­bar­keit

Mehr Glück und Erfolg mit Dank­bar­keit

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Glück und Erfolg durch Dank­bar­keit?

Auch wenn sie nicht beson­ders auf­re­gend und erfolgs­ver­spre­chend scheint, ist sie es in gewis­ser Weise doch — die gute alte Dank­bar­keit.

Sie gilt nicht nur als klas­si­sche Tugend guten Lebens, son­dern mitt­ler­weile wer­den ihre posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf unser Wohl­be­fin­den und auf unse­ren Lebens­er­folg von vie­len For­schungs­ar­bei­ten belegt.

 

Glück und Erfolg mit Dank­bar­keit: posi­tive Stu­di­en­ergeb­nisse

Selbst­ver­ständ­lich kön­nen die Stu­di­en­ergeb­nisse keine Aus­sa­gen über jeden ein­zel­nen Men­schen machen. Was ja für alle Stu­dien gilt.

Doch legen wir mal los mit den erfreu­li­chen Aus­sich­ten:

 

1. Dank­bar­keit moti­viert, macht opti­mis­ti­scher und gesün­der

In einem Expe­ri­ment wurde einer Gruppe von Men­schen auf­ge­tra­gen, einige Minu­ten dar­über nach­zu­den­ken, wofür sie in ihrem Leben dank­bar sind. Die Ver­gleichs­gruppe bekam den Auf­trag, ein­fach an irgend­et­was zu den­ken. Diese Fra­gen wur­den über einen Zeit­raum von zehn Wochen wöchent­lich wie­der­holt. Das Ergeb­nis war, dass die erste Gruppe über den gesam­ten Zeit­raum des Expe­ri­ments hin­weg moti­vier­ter und opti­mis­ti­scher war. Zusätz­lich wur­den unter­schied­li­che Gesund­heits­da­ten gemes­sen. Alle hat­ten sich ver­bes­sert.

  • Input: dank­bare Gedan­ken
  • Out­put: mehr Moti­va­tion, mehr Opti­mis­mus, mehr Gesund­heit

 

2. Dank­bar­keit redu­ziert Stress und ver­bes­sert den Schlaf

Andere Stu­dien bele­gen, dass uns eine dank­bare Hal­tung leich­ter ein- und durch­schla­fen lässt, Stress redu­ziert und dazu führt, dass wir weni­ger schnell depres­siv wer­den.

  • Input: Dank­bar­keit
  • Out­put: Schlaf ver­bes­sert, Stress redu­ziert, Wider­stands­fä­hig­keit gegen­über Depres­sio­nen erhöht

 

3. Dank­bar­keit lässt erfolg­rei­cher Ziele errei­chen

Eine wei­tere Unter­su­chung ergab, dass Men­schen, die bewusst dank­bar sind, ihre Ziele bes­ser errei­chen. Teil­neh­mer zweier Grup­pen soll­ten sechs Dinge bestim­men, die sie in den fol­gen­den zehn Wochen umset­zen wol­len. Ein Teil der Gruppe bekam den Auf­trag, beglei­tend ein Dank­bar­keits­ta­ge­buch zu schrei­ben. Nach zehn Wochen zeigte sich, dass die dank­bare Gruppe im Hin­blick auf ihre Ziele um 20 Pro­zent erfolg­rei­cher war als die Ver­gleichs­gruppe.

  • Input: Dank­bar­keits­ta­ge­buch über 10 Wochen
  • Out­put: 20% mehr Ziel­er­rei­chung

 

4. Dank­bar­keit wirkt unter­stüt­zend bei Depres­sio­nen und Ängs­ten

Auch in der The­ra­pie von Depres­sio­nen und Angst­stö­run­gen konn­ten mit Dank­bar­keits­in­ter­ven­tio­nen posi­tive Resul­tate erzielt wer­den. So wur­den für eine Unter­su­chung einer ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tät Pati­en­ten ange­wie­sen, drei­mal pro Woche für 20 Minu­ten Briefe zu schrei­ben, in denen sie den Emp­fän­gern ihre Dank­bar­keit mit­tei­len soll­ten. Als drei Monate spä­ter die Hirn­scans der Brie­fe­schrei­ber mit denen einer Kon­troll­gruppe ver­gli­chen wur­den, zeigte sich, dass bei ers­te­ren unvor­her­ge­se­hen viele Regio­nen des Gehirns in Bewe­gung waren. Mehr als es bei vie­len ande­ren posi­ti­ven Gefüh­len der Fall gewe­sen wäre.

Wei­ter­hin wird über diese Unter­su­chung berich­tet:

Je öfter und regel­mä­ßi­ger die Pati­en­ten das Gefühl der Dank­bar­keit übten und ver­in­ner­lich­ten, desto dau­er­haf­ter und inten­si­ver brei­tete sich ein posi­ti­ves Lebens­ge­fühl aus.

  • Input: 3 mal pro Woche je 20 min. Dan­kes­briefe schrei­ben
  • Out­put: sehr akti­ves Hirn und signi­fi­kant ver­bes­ser­tes Lebens­ge­fühl

Und so wei­ter.

 

Wenn das keine traum­haf­ten Bilan­zen sind … Doch ganz so ein­fach ist es nicht. Stu­dien sind zwar wich­tig, doch wie bereits ange­deu­tet, nicht alles.

 

 

Ist Dank­bar­keit immer mög­lich und wün­schens­wert?

Wer schon ein­mal in einer Lebens­si­tua­tion war, die ihm so rich­tig übel mit­ge­spielt hat, weiß, dass die Crux gerade darin lie­gen kann, dass Dank­bar­keit erst­mal so ziem­lich das letzte ist, mit dem man sich iden­ti­fi­zie­ren kann oder dass sich auch bei gutem Wil­len das Gefühl der Dank­bar­keit ein­fach nicht ein­stellt. Was dann mög­li­cher­weise wei­te­ren Frust oder ein schlech­tes Gewis­sen her­vor­ru­fen kann.

Also: Aus den Stu­dien abzu­lei­ten, dass Dank­bar­keit alles kuriert und sich Dank­bar­keit jeder­zeit auf Knopf­druck erzeu­gen lässt, ist so nicht und wäre auch ziem­lich gru­se­lig.

Mir geht es hier dem­nach nicht darum, unzu­läs­sig zu ver­all­ge­mei­nern, son­dern ich möchte mit den in eine deut­li­che Rich­tung gehen­den Ergeb­nis­sen der Dank­bar­keits­for­schung zei­gen, dass wir mit einer recht ver­stan­de­nen Kunst der Dank­bar­keit mit ein­fa­chen Mit­teln erstaun­lich viel für uns tun kön­nen.

Gerade auch dann, wenn es gerade nicht so gut läuft oder wir dazu ten­die­ren, alles nega­tiv zu sehen. Wenn wir dazu nei­gen, uns von nega­ti­ven Gefüh­len über­schwem­men zu las­sen, ist es beson­ders wich­tig, dem mit einem Per­spek­tiv­wech­sel hin zum Guten in unse­rem Leben bewusst gegen­zu­steu­ern. Das mag nicht in jedem Ein­zel­fall mög­lich sein, aber sicher viel öfter als wir zunächst glau­ben.

 

 

Dank­bar­keit für nach­hal­ti­gen Erfolg und mehr Lebens­glück

Doch wieso geht es uns mit einer dank­ba­ren Hal­tung auf einer tie­fe­ren Ebene ganz gene­rell bes­ser?

Wie verhl­lft uns Dank­bar­keit zu einem erfüll­ten Leben, das auch schwie­rige Pha­sen inte­griert? Zu einem Leben, das Höhen und Tie­fen als zum Leben gehö­rend akzep­tiert und das Beste aus der jewei­li­gen Situa­tion macht?

Aus der Viel­zahl von Fak­to­ren, die sich zum Teil wech­sel­sei­tig bedin­gen, halte ich drei für beson­ders wich­tig.

Dank­bar­keit lenkt den Blick auf das, was wir haben und weni­ger auf das, was uns fehlt oder von dem wir glau­ben, dass es uns fehlt.

 

1. Mehr Glück und Erfolg, weil Dank­bar­keit ein Bewusst­sein von Fülle gibt

Viel­leicht fragst du dich jetzt: Heißt das im Umkehr­schluss, wir sol­len nur noch posi­tiv den­ken und das Schlechte ein­fach aus­blen­den — unge­fähr nach dem Motto, was ich nicht sehe, ist nicht da? Nein, das wäre ziem­lich dümm­lich und wir wür­den es auch gar nicht glau­ben.

Jedoch emp­fin­den die meis­ten Men­schen dem renom­mier­ten Dank­bar­keits­for­scher Prof. Alex Wood zufolge chro­nisch zu wenig Dank­bar­keit. Des­halb führe mehr Dank­bar­keit zu einem ganz­heit­li­che­ren Bild der Wirk­lich­keit. Ohne dabei das Nega­tive aus­zu­schlie­ßen.

 

2. Dank­bar­keit macht uns anzie­hen­der für andere Men­schen

Wie ist das bei dir: Fühlst du dich mehr von Men­schen ange­zo­gen, die schät­zen, was sie haben und sind, oder magst du die lie­ber, die stän­dig meckern?

Und für wen wür­dest du lie­ber etwas tun? Für jeman­den, der es dir dankt oder für einen Haar-in-jeder-Suppe-Sucher?

Sicher­heits­hal­ber füge ich hinzu: Das ist kein Plä­doyer für Oppor­tu­nis­mus, Träg­heit oder Kri­tik­lo­sig­keit, nur um gemocht zu wer­den. Darum geht es bei einer recht ver­stan­de­nen Dank­bar­keit nie!

 

3. Mehr Glück und Erfolg durch eine tief­grei­fende Erfah­rung von Lebens­sinn, die durch Dank­bar­keit beför­dert wird

Dank­bare Men­schen neh­men Momente der Ruhe und Schön­heit beson­ders auf­merk­sam wahr, gerade weil sie wis­sen, dass nichts selbst­ver­ständ­lich ist.

Auch in schwe­ren Stun­den bewah­ren sie sich die­sen Sinn fürs Schöne und erfreuen sich an dem, was sie noch haben.

Sie ver­söh­nen sich mit dem Gesche­he­nen und schauen dann vor allem nach vorne. Ori­en­tie­ren sich an dem, was jetzt mög­lich ist.

 

Täg­li­ches Dank­bar­keits­ri­tual für mehr nach­hal­ti­ges Glück

Dank­bar­keit lässt bewusst wer­den, dass nicht alles, was wir für selbst­ver­ständ­lich erach­ten, dies auch ist. Daher lohnt es sich in schwie­ri­gen Zei­ten ganz beson­ders, Dank­bar­keit zu kul­ti­vie­ren. Zumin­dest dann, wenn es uns nicht völ­lig gegen den Strich geht.

Zum Bei­spiel durch ein Dank­bar­keits­ri­tual am Abend, bei dem wir min­des­tens fünf Dinge notie­ren, für die wir dank­bar sind.

Doch auch ganz ohne Krise schärft ein Dank­bar­keits­ri­tual unsere Acht­sam­keit für die wert­vol­len Begeg­nun­gen, klei­nen Erfolge und beson­de­ren Augen­bli­cke, die es am nächs­ten Tag zu ent­de­cken gibt oder die wir viel­leicht sogar selbst initi­ie­ren kön­nen.

 

Bild: john­hain

2 Antworten

  1. Rainer
    | Antworten

    Vie­len Dank, Manuela, für deine Ein­bli­cke in die Dank­bar­keit.
    Beim Lesen dei­nes Blogs habe ich mir vor­ge­nom­men, dass ich fortan die Dank­bar­keit auch in meine Bera­tungs­tä­tig­keit etwa bei Angst­stö­run­gen stär­ker mit auf­nehme.
    Für mich per­sön­lich emp­finde ich es als Berei­che­rung beim abend­li­chen Zäh­ne­put­zen noch ein­mal zu über­le­gen, was im Tages­ver­lauf gut und schön war und wofür ich dank­bar sein möchte.
    Denn nichts ist selbst­ver­stän­di­lich, wie du sagst.

    • Manuela Sekler
      | Antworten

      Lie­ber Rai­ner,
      das freut mich, dass du den Aspekt Dank­bar­keit mehr in deine Bera­tun­gen ein­brin­gen willst und ich wün­sche dir ein gutes Gespür dafür, wann gute und wann weni­ger pas­sende Gele­gen­hei­ten hier­für sind. Das zu erken­nen gehört ja zu den wich­ti­gen Qua­li­täts­merk­ma­len für unsere Bera­tun­gen und Coa­chings. Wir soll­ten uns ein­füh­len kön­nen, wo unser Kli­ent gerade steht und ihn dort nicht ein­fach im Regen ste­hen las­sen. Vor einem ande­ren Hin­ter­grund the­ma­ti­siere ich das auch in „Das Gute im Schlech­ten sehen?“ (https://e‑beratung-coaching.de/das-gute-im-schlechten-sehen/)
      Super, dass du das abend­li­che Dank­bar­keits­ri­tual für dich selbst nutzt und es dich berei­chert. Das macht dich neben­bei für deine Bera­tungs­tä­tig­keit in die­ser Hin­sicht viel glaub­wür­di­ger.
      Viel Erfolg dir auf gan­zer Linie und vie­len lie­ben Dank für dein erfreu­li­ches State­ment!

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