Acht­sam­keits­me­di­ta­tion als Lebens­kunst

Acht­sam­keits­me­di­ta­tion als Lebens­kunst

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Tipp am Rande: Falls Sie wenig Zeit haben und nur die Anlei­tung für die Acht­sam­keits­me­di­ta­tion lesen wol­len, sprin­gen Sie gleich zur Über­schrift “Auf­rechte Kör­per­hal­tung”.

Es ist Ihnen bestimmt schon auf­ge­fal­len: Der ursprün­giich vor allem im bud­dhis­ti­schen Kon­text ver­wen­dete Begriff Acht­sam­keit und die dar­aus ent­stan­dene Acht­sam­keits­me­di­ta­tion sind auch in unse­rer häu­fig von Stress und Zeit­knapp­heit gepräg­ten west­li­chen Kul­tur sehr beliebt gewor­den. Eine Ent­wick­lung, die ins­ge­samt bese­hen zu begrü­ßen ist, da sie Bewusst­heit und Gelas­sen­heit beför­dert. Sie hilft, Abstand vom Hams­ter­rad des All­tags zu gewin­nen. Her­aus­for­de­run­gen und anstren­gende Zei­ten bes­ser zu bewäl­ti­gen. Bie­tet also ein Stück Lebens­kunst im bes­ten Sinne.

Vor die­sem Hin­ter­grund möchte ich in mei­nem heu­ti­gen Bei­trag zuerst fra­gen, wie es um die Pra­xis der genuin ‘west­li­chen’ Tra­di­tion der Lebens­kunst steht. Immer­hin besitzt auch sie eine sehr alte und — wie ich meine — auch durch­aus wür­dige Tra­di­tion in Gestalt von Per­sön­lich­kei­ten wie etwa Sokra­tes oder Epik­tet. Dar­über hin­aus betrifft und ent­hält sie viel­sei­tige und anspruchs­volle Fra­gen der Lebens­füh­rung. Auch wenn Sie mög­li­cher­weise spon­tan mit Lebens­kunst etwas ganz ande­res in Ver­bin­dung brin­gen… (Oder an was den­ken Sie, wenn Sie hören, jemand betreibe Lebens­kunst oder sei Lebens­künst­ler?)

Dann, und dies ist zugleich der Haupt­teil des Bei­trags, stelle ich eine kleine Ein­füh­rung zur Acht­sam­keits­me­di­ta­tion vor. Sie ist in ers­ter Linie für Men­schen gedacht, die noch keine Medi­tia­ti­ons­er­fah­rung haben. Aus mei­ner Sicht ist es eine gute Idee, Acht­sam­keits­me­di­tia­tion zu erler­nen. Auch für Men­schen, die nicht beab­sich­ti­gen, im grö­ße­ren Stil in das Feld der Medi­ta­tion ein­zu­tau­chen.

Am Ende des Bei­trags spanne ich — ganz kurz — einen Bogen zurück zum Begriff Acht­sam­keit und hin zu sei­nen bei­den Wort­be­deu­tun­gen. Ergibt sich hier die Chance einer viel­leicht schon mit in der Sache lie­gen­den Inte­gra­tion unter­schied­li­cher Kul­tu­ren? Im Namen prak­ti­zier­ter Lebens- und Bezie­hungs­kunst?

 

Phi­lo­so­phi­sche Lebens­kunst

Lebens­kunst als Thema der abend­län­di­schen prak­ti­schen Phi­lo­so­phie ist seit eini­gen Jahr­zehn­ten zwar wie­der mehr prä­sent, aber nicht annä­hernd so ver­brei­tet wie das Thema Acht­sam­keit. Was sehr schade ist, weil dadurch wich­ti­ges Poten­zial für ein gutes Leben ver­lo­ren geht. Aus mei­ner Sicht kön­nen beide Zugänge und erst recht ihre Kom­bi­na­tion viel zu einer erfolg­rei­chen Lebens­füh­rung und einem gelin­gen­den Selbst­ma­nage­ment bei­tra­gen.

In Deutsch­land ist der popu­lärste Ver­tre­ter phi­lo­so­phi­scher Lebens­kunst sicher Wil­helm Schmid, der vor allem als Autor phi­lo­so­phi­scher Sach­bü­cher ein ver­gleichs­weise brei­tes Publi­kum erreicht. Doch auch einige andere Phi­lo­so­phen haben sich mit dem Thema Lebens­kunst im Sinne einer bewuss­ten und ver­an­tungs­vol­len Lebens­füh­rung befasst.

So etwa der eme­ri­tierte Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor Fer­di­nand Fell­mann mit sei­ner Phi­lo­so­phie der Lebens­kunst zur Ein­füh­rung, 2009 als Junius-Taschen­buch erschie­nen.

 

Und was hat das mit Ihnen und mit Acht­sam­keit zu tun?

Im Zusam­men­hang mit mei­nem heu­ti­gen Impuls, in dem es um Ihre Lebens­kunst, Ihre per­sön­li­che Art und Weise gut zu leben — liebe Lese­rin, lie­ber Leser — geht, sind mir drei Punkte wich­tig, die sich aus die­ser Ein­füh­rung ent­neh­men las­sen, ohne dass sie dort im Mit­tel­punkt ste­hen.

  1. Lebens­kunst darf in Zei­ten von Glo­ba­li­sie­rung Weis­hei­ten außer­eu­ro­päi­scher Kul­tu­ren nicht aus­schlie­ßen.
  2. Emo­tio­nale Wege der Selbst­er­fah­rung erhal­ten neben ver­nunft­ba­sier­ten stra­te­gi­schen Regeln der Lebens­kunst eben­falls einen Platz. Dies ist im Kon­text der abend­län­di­schen phi­lo­so­phi­schen Tra­di­tion nicht unbe­dingt eine Selbst­ver­ständ­lich­keit.
  3. Im Feld der prak­ti­schen Umset­zung von Lebens­kunst erscheint nicht zuletzt Medi­ta­tion als ein pro­ba­tes Mit­tel, das auch hier­zu­lande immer mehr Popu­la­ri­tät und wis­sen­schaft­li­che Aner­ken­nung erfährt.

 

 

Acht­sam­keits­me­di­ta­tion als wir­kungs­volle Lebens­kunst auch für Ein­stei­ger

Anknüp­fend an diese drei Punkte und vor allem im Inter­esse einer inte­grie­ren­den Sicht möchte ich Ihnen mit der Acht­sam­keits­me­di­ta­tion (Acht­sam­keit im Sinne von mind­ful­ness, was nicht das­selbe wie Acht­sam­keit im Sinne von care ist) eine rela­tiv ein­fa­che medi­ta­tive Pra­xis vor­stel­len. Mit ihr haben Sie gute Chan­cen, Ihre ganz per­sön­li­che Lebens­kunst zu ent­wi­ckeln bezie­hungs­weise Ihre bestehende zu ergän­zen.

Sie sind vor allem dann ange­spro­chen, wenn Sie bis­her keine oder wenig Medi­ta­ti­ons­pra­xis haben und daran inter­es­siert sind, mit rela­tiv ein­fa­chen Mit­teln sich selbst bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Oder wenn Sie Ihren All­tag sowohl erleich­tern als auch seine erfül­len­den Momente bewuss­ter und ver­tief­ter erle­ben wol­len.

Im Unter­schied zu Medi­ta­ti­ons­for­men, bei denen die Aus­rich­tung auf einen bestimm­ten Gegen­stand erfolgt, etwa auf ein Bild, kommt es bei der Acht­sam­keits­me­di­ta­tion vor allem dar­auf an, den gegen­wär­ti­gen Moment, die gegen­wär­tige Erfah­rung bewusst wahr­zu­neh­men. Mög­lichst ohne zu inter­pre­tie­ren und zu wer­ten.

Wie kön­nen Sie anfan­gen?

 

Auf­rechte Kör­per­hal­tung

Wenn Sie noch keine Erfah­rung mit Medi­ta­tion haben: Neh­men Sie eine für Sie ange­nehme und dabei mög­lichst auf­rechte Kör­per­hal­tung ein. Sit­zen Sie so, dass Sie sich ent­span­nen und zugleich gut wach blei­ben kön­nen. Wenn Sie sehr müde sind, schla­fen Sie zuerst und medi­tie­ren zu einem ande­ren Zeit­punkt.

 

 

Zwei Grund­pfei­ler der Acht­sam­keits­me­di­ta­tion: Atem und Geduld

Begin­nen Sie mit der Acht­sam­keits­me­di­ta­tion, indem Sie auf Ihren Atem ach­ten. Atmen Sie ganz bewusst ein und aus. Ein und aus. Spü­ren Sie nach, wo sich Ihr Atem befin­det. Viel­leicht vor allem in der Nase, viel­leicht mehr im Bauch? Viel­leicht neh­men Sie ein­fach nur wahr, dass der ganze Kör­per atmet und tie­fer und tie­fer ent­spannt?

Wenn Sie mer­ken, dass Ihr Geist in Ver­gan­ge­nes oder Zukünf­ti­ges abschweift, keh­ren Sie jedes Mal zu Ihrem Atem zurück. Mit zuneh­men­der Übung gelingt Ihnen das bes­ser und bes­ser. Seien Sie beharr­lich, erzwin­gen Sie jedoch nichts.

 

Die Kunst liegt im rei­nen Wahr­neh­men

Neben der Atmung kön­nen Sie sich auch auf andere Emp­fin­dun­gen kon­zen­trie­ren, denen Sie gewahr wer­den. Viel­leicht spü­ren Sie ein Zwi­cken im Arm, ein Zie­hen am gro­ßen Zeh, eine beklem­mende Stim­mung oder hören auch ein­fach nur ein Geräusch in der Woh­nung über Ihnen. — Neh­men Sie all das wahr und belas­sen Sie es dabei. Wer­tun­gen und Inter­pre­ta­tio­nen sind jetzt nicht gefragt.

Die Kunst der Acht­sam­keit besteht darin, in dem, was gerade ist, prä­sent zu sein. Blei­ben Sie also bei Ihren Wahr­neh­mun­gen und ver­stri­cken Sie sich in keine dar­über hin­aus­ge­hen­den Gedan­ken.

Das ist oft gar nicht so ein­fach. Wenn Sie sich schon ein­mal in Medi­ta­tion ver­sucht haben, wer­den Sie das ken­nen: Kaum haben Sie damit begon­nen, sich aus­schließ­lich auf den Atem zu fokus­sie­ren, sind Ihre Gedan­ken schon ganz woan­ders. Da ist der Gedanke an den Streit vom Vor­tag, an die ner­vige Sit­zung vom Nach­mit­tag oder die Vor­freude auf den Kino­be­such am Abend.

Machen Sie sich dar­über keine Sor­gen. Abschwei­fende Gedan­ken zu Beginn der Medi­ta­ti­ons­pra­xis sind ganz nor­mal und kein Grund, an sich selbst oder am Sinn der Medi­ta­tion zu zwei­feln. Mit zuneh­men­der Übung wird es Ihnen immer bes­ser gelin­gen, in der Gegen­wart zu blei­ben.

Auch wenn Sie wie­der und wie­der abschwei­fen — üben Sie sich in Gelas­sen­heit! Freuen Sie sich dar­über, dass Sie das Abdrif­ten bemerkt haben. Denn das ermög­licht es Ihnen, sich wie­der neu auf die Medi­ta­tion ein­zu­las­sen.

Seien Sie dank­bar auch für kleine Fort­schritte. Üben Sie sich in Geduld, wenn Sie zum wie­der­hol­ten Mal schei­tern.

 

 

Acht­sam­keits­me­di­ta­tion als wert­vol­ler Part nach­hal­ti­ger Lebens­kunst

Acht­sam­keits­me­di­ta­tion kann neben nach­hal­ti­ger Ent­span­nung dazu füh­ren, dass Sie auch in schwie­ri­gen Situa­tio­nen gedul­di­ger, gelas­se­ner und freund­li­cher mit sich sind. Und das wirkt sich nicht nur auf Ihre eige­nes Wohl­ge­fühl und auf Ihr Selbst­be­wusst­sein aus, son­dern kann viel mehr. Es beein­flusst auch in posi­ti­ver Weise das Befin­den Ihrer Lie­ben und der­je­ni­gen, die Ihnen in Beruf und All­tag begeg­nen.

Dann prak­ti­zie­ren Sie mit Acht­sam­keits­me­di­ta­tion in gewis­ser Weise nicht nur Acht­sam­keit oder Auf­merk­sam­keit in sei­ner Wort­be­deu­tung von mind­ful­ness, son­dern auch in sei­ner heute oft ver­nach­läs­sig­ten Wort­be­deu­tung von care. Eine schöne Inte­gra­tion unter­schied­li­cher Ansätze, wie ich finde.

Mit hoher Wahr­schein­lich­keit kommt ihre posi­tive und heil­same Aus­strah­lung auf andere wie­der zu Ihnen zurück. Ein wohl­tu­en­der Kreis­lauf nimmt sei­nen Weg. Das Leben wird erfüll­ter und leich­ter zugleich.

 

Gefällt Ihnen der Impuls? Dann freue ich mich, wenn Sie ihn tei­len.

 

 

9 Antworten

  1. Julia
    | Antworten

    Hallo Frau Dr. Sek­ler,

    danke für Ihren viel­schich­ti­gen Blog­post. Ich werde die Medi­ta­tion mal aus­pro­bie­ren. Bis­her war das nicht so mein Thema.
    Was den Anfang des Bei­trags betrifft, habe ich zwei Fra­gen:
    1. Ist mit der Nen­nung der bei­den Phi­lo­so­phen auch eine Wer­tung ver­bun­den? Schät­zen Sie die Phi­lo­so­phie von Fell­mann mehr als die von Wil­helm Schmid?
    2. Wer­den Sie am Umsatz der ver­link­ten Lebens­kunst-Ein­füh­rung betei­ligt?

    Freund­li­che Grüße
    Julia

    • Manuela Sekler
      | Antworten

      Liebe Julia,

      vie­len Dank für Ihren Kom­men­tar und die Fra­gen darin. Ich freue mich, dass Sie es mit der Medi­ta­tion ver­su­chen wol­len und wün­sche Ihnen viel Erfolg dabei!

      Zu Ihrer 1. Frage: Nein, da ist keine Wer­tung mei­ner­seits mit drin. Ich schätze beide Autoren und möche auch inhalt­lich hier keine bestimmte Posi­tion ergrei­fen. Mir war es wich­tig, gegen­über mei­nen Lese­rin­nen und Lesern anzu­deu­ten, dass es zum Thema Lebenskunst(philosophie) nicht nur Wil­helm Schmid gibt. Die­sen Ein­druck könnte man ja in den Buch­hand­lun­gen bekom­men… Dar­über hin­aus finde ich, dass das ver­linkte Buch einen guten Über­blick über das Thema phi­lo­so­phi­sche Lebens­kunst gibt, sowohl inhalt­lich als auch geschicht­lich.
      Zur 2. Frage: Nein, ich erhalte keine Betei­li­gung. Auf die Ver­kaufs­seite habe ich vor allem des­halb ver­linkt, weil sie aus mei­ner Sicht hilf­rei­che Kun­den­mei­nun­gen zum Buch ent­hält.

      Alles Gute für Sie und herz­li­che Grüße!
      Manuela Sek­ler

  2. Max Armbruster
    | Antworten

    Hallo,
    ich habe die Acht­sam­keits­me­di­ta­tion heute Abend gleich aus­pro­biert. Es ist schon ver­rückt zu sehen, wie es mit den Gedan­ken wirk­lich so kam, wie es in der Anlei­tung vor­her­ge­sagt war. Ich habe mich zwar noch viel durch auf­kom­mende Gedan­ken ablen­ken las­sen, aber die 10 Minu­ten mei­ner Medi­ta­tion haben mich trotz­dem total ent­spannt. Kör­per­lich und psy­chisch. Ich werde es mor­gen auf jeden Fall noch ein­mal pro­bie­ren.
    Max

    • Manuela Sekler
      | Antworten

      Hallo Max,
      das klingt gut, auch dass die Ent­span­nung so wir­kungs­voll war. Und ja, Gedan­ken kom­men. Doch mit zuneh­men­der Übung immer weni­ger. Wei­ter­zu­ma­chen ist sicher eine viel­ver­spre­chende Idee.
      Liebe Grüße
      Manuela

  3. Marion
    | Antworten

    Liebe Manuela,

    ich lese mit Inter­esse deine Impulse. In ihnen kommt in der Tat ein Stück Lebens­kunst zum Vor­schein: Sie sind tief­grün­dig und weise, aber zugleich klar und ver­ständ­lich auf den Punkt gebracht und vor allem sind sie umsetz­bar!
    Ich freue mich schon auf den nächs­ten Impuls!

    Übri­gens, mir hilft bei der Medi­ta­tion, in Gedan­ken bei jedem Aus- und Ein­at­men ein Medi­ta­ti­ons­wort zu spre­chen. Die­sen Tipp habe ich aus einem Kon­tem­pla­ti­ons­kurs mit­ge­nom­men. “Avun”: Wo bist du Gott? Du in mir — ich in dir.

    Viele Grüße
    Marion

    • Manuela Sekler
      | Antworten

      Liebe Marion,

      vie­len Dank für dein Inter­esse. Es freut mich sehr, dass dir meine Impulse gefal­len und du sie pra­xis­taug­lich fin­dest!
      Danke auch dafür, dass du hier deine eigene Medi­ta­ti­ons­er­fah­rung mit uns teilst!
      Mit der Kon­tem­pla­tion sprichst du eine spi­ri­tu­elle Pra­xis an, die heute vor allem im christ­li­chen Kon­text gepflegt wird.
      Im Unter­schied dazu erfor­dert Acht­sam­keits­me­di­ta­tion trotz sei­ner bud­dhis­ti­schen Wur­zeln keine spi­ri­tu­elle Ori­en­tie­rung. Das ver­schafft ihr die Mög­lich­keit, für sehr viele Men­schen pas­send und prak­ti­ka­bel zu sein.

      Ich wün­sche dir wei­ter­hin viele gute Erfah­run­gen auf dei­nem Weg!
      Manuela

  4. Kerstin Frei
    | Antworten

    Liebe Frau Dr. Sek­ler, vie­len Dank für diese Anre­gun­gen. Ich habe ihren Arti­kel in mei­nem Blog bespro­chen und werde ihn auch auf FB tei­len.
    https://www.kerstin-frei.eu/blog/online-magazin/
    Hier ist meine Kurz­be­spre­chung dazu. Vie­len Dank Ihre Kers­tin Frei von Lebens­kunst in der Lebens­mitte

    Die­ser Arti­kel von Dr. Manuela Sek­ler ist zwar nun schon etwas älter, aber für mich immer noch sehr aktu­ell.

    Sie erklärt darin, wie wir schon unser Lebens­ge­fühl stei­gern kön­nen, mit klei­nen all­täg­li­chen Wahr­neh­mungs­übun­gen.

    Ich habe mal den Weg der Kon­tem­pla­ti­ven Medi­ta­tion in einem Klos­ter erlernt. Danach hatte ich wirk­lich ein ande­res Lebens­ge­fühl.

    Wir nann­ten es damals nicht “Acht­same Medi­ta­tion”, aber es ist Ähn­li­ches gemeint. Für mich besteht ein ganz enger Zusam­men­hang zwi­schen Lebens­füh­rung, Lebens­kunst, Medi­ta­tion und Wahr­neh­mung im All­tag. Es geht nicht immer nur darum, sich in ein Käm­mer­lein zurück­zie­hen zum Medi­tie­ren. Das ist wich­tig. Auch. Aber ich bin davon über­zeugt, dass wir durch unsere hek­ti­sche Welt ver­ges­sen haben, im Moment prä­sent zu sein. JETZT. HIER. HEUTE. DORT.

    Wenn wir uns erlau­ben, die Müdig­keit zu spü­ren und ein­zu­ge­ste­hen, dann sind wir da und acht­sam.

    Wenn wir uns erlau­ben, Trau­rig­keit zu emp­fin­den, dann sind wir nah bei uns.

    Wenn wir Zeit haben für Dank­bar­keit und Freude, dann ist unser Lebens­ge­fühl fröh­lich.

    Diese For­men der Medi­ta­tion in den All­tag ein­zu­bauen, ver­hilft uns, unser “Früh­warn­sys­tem” zu schär­fen und frü­her Pau­sen ein­zu­le­gen, z.B. oder frü­her etwas an unse­rer Lebens­füh­rung zu ändern.

  5. Manuela Sekler
    | Antworten

    Liebe Frau Frey,

    vie­len Dank fürs Tei­len und für Ihre Erfah­run­gen.
    Ich wün­sche Ihnen auch für die Zukunft inter­es­sante Rück­zugs­orte und Begeg­nun­gen.

    Viele Grüße
    Manuela Sek­ler

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