Wie Sie mehr Re­si­li­enz für Ih­ren All­tag ge­win­nen

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Ak­tua­li­siert am 5. Ja­nu­ar, 2022 von Ma­nue­la

 

Wer möch­te das nicht? Stark und selbst­be­wusst durchs Le­ben ge­hen. Wid­ri­gen Be­din­gun­gen mu­tig trot­zen und Kri­sen sou­ve­rän be­wäl­ti­gen.;-) Oder neu­deutsch: mehr Re­si­li­enz.

 

Mehr Resilienz gewinnen

 

Brau­chen wir den spe­zi­el­len Be­griff Re­si­li­enz?

Wie auch Stress, Bur­nout oder Salu­to­ge­ne­se ist Re­si­li­enz ein Fach­be­griff für ein be­stimm­tes Phä­no­men. Oder bes­ser ge­sagt für ein Bün­del von Phä­no­me­nen, die es selbst­ver­ständ­lich be­reits vor dem Auf­kom­men des je­wei­li­gen Be­griffs gab.

In­so­fern könn­ten Sie sich fra­gen, was soll nun die­se Be­griffs­schöp­fung? Wo­für brau­chen wir die? Ei­ne gu­te Fra­ge, wie ich fin­de. Aus mei­ner Sicht bräuch­ten wir sie nicht un­be­dingt. 

Auf der an­de­ren Sei­te sorgt je­doch die Exis­tenz und Eta­blie­rung des Be­griffs Re­si­li­enz da­für, dass die mit ihm ver­bun­de­nen und un­be­streit­bar wich­ti­gen The­men mehr Auf­merk­sam­keit er­hal­ten.

Und das hal­te ich zu­min­dest in der Sum­me für sehr be­grü­ßens­wert.

 

Doch was ist ei­gent­lich Re­si­li­enz? Und wie be­kommt man mehr da­von?

Das Wort Re­si­li­enz lei­tet sich vom eng­li­schen re­si­li­en­ce ab und be­deu­tet Spann­kraft, Wi­der­stands­fä­hig­keit und Elas­ti­zi­tät.

Ur­sprüng­lich kommt der Be­griff aus der Werk­stoff­kun­de und wird in Psy­cho­lo­gie und Hu­man­wis­sen­schaf­ten in ei­nem über­tra­ge­nen Sin­ne ver­wen­det.

Re­si­li­enz steht hier für die psy­chi­sche Wi­der­stands­fä­hig­keit ge­gen­über bio­lo­gi­schen, psy­cho­lo­gi­schen und psy­cho­so­zia­len Ent­wick­lungs­ri­si­ken. Men­schen, die in die­sem Sin­ne re­si­li­ent sind, ha­ben die Fä­hig­keit, die­se Be­las­tun­gen zu be­wäl­ti­gen, oh­ne da­bei krank zu wer­den oder Stö­run­gen zu ent­wi­ckeln.

Kür­zer: Re­si­li­enz ist die see­li­sche Wi­der­stands­kraft ei­nes Men­schen an­ge­sichts be­las­ten­der Si­tua­tio­nen. Man­che be­zeich­nen Re­si­li­enz auch als Im­mun­sys­tem der See­le.

Was ich sehr schön und wich­tig fin­de: In vie­len De­fi­ni­tio­nen von Re­si­li­enz wird be­tont, dass es nicht nur dar­um geht, dass sich je­mand nach ei­ner Kri­se un­be­scha­det wie­der in sei­nen vor­he­ri­gen Zu­stand “zu­rück­biegt” (Werk­stoff­kun­de!). Al­so ein­fach wie­der in al­ter Wei­se „funk­tio­niert“. Son­dern un­ter Rück­griff auf in­di­vi­du­el­le und so­zia­le Res­sour­cen kön­nen wert­vol­le per­sön­li­che Ent­wick­lun­gen und Rei­fe­pro­zes­se mög­lich wer­den.

Im Zu­sam­men­hang mit Re­si­li­enz kann et­wa The­ma sein, wie wir mit schwie­ri­gen Si­tua­tio­nen und Kri­sen um­ge­hen. Wie wir et­wa den Tod ei­nes na­he­ste­hen­den Men­schen, Ar­beits­lo­sig­keit, die Tren­nung vom lang­jäh­ri­gen Le­bens­part­ner be­wäl­ti­gen. Oder wie wir im Ver­gleich mit dem Vor­her­ge­hen­den mit nicht ganz so schwer wie­gen­den Be­las­tun­gen zu­recht­kom­men. Viel­leicht ha­ben wir et­wa “nur” Pro­ble­me mit un­se­rem Chef, Er­zie­hungs­schwie­rig­kei­ten mit un­se­rem pu­ber­tie­ren­den Sohn oder är­gern uns über die miss­ge­laun­te Kol­le­gin, die uns im­mer wie­der das Le­ben schwer zu ma­chen ver­sucht.

 

Was Re­si­li­enz nicht ist

Re­si­li­enz kann sich ja zum Bei­spiel dar­in er­wei­sen, dass je­mand nach der Tren­nung vom Part­ner oder dem Tod ei­nes na­he­ste­hen­den Men­schen zwar lei­det, aber nicht an ei­ner De­pres­si­on er­krankt. Dar­aus je­doch ab­zu­lei­ten, dass die­ser be­stimm­te Mensch die Fä­hig­keit be­sitzt, grund­sätz­lich nie an et­was zu­grun­de zu ge­hen, wä­re si­cher ein Irr­tum. Denn Re­si­li­enz ist kei­ne fest­ste­hen­de Per­sön­lich­keits­ei­gen­schaft, son­dern weit­aus kom­ple­xer.

Es ist sehr wich­tig zu ver­ste­hen, dass es so et­was wie ei­ne ge­ne­rel­le Un­ver­wund­bar­keit nicht gibt. Nie­mand ist Su­per­man oder Su­per­wo­man und im­mer und über­all al­len Be­las­tun­gen ge­wach­sen.

Es scheint zwar ge­wis­se ge­ne­ti­sche Dis­po­si­tio­nen zu ge­ben, die man­che Men­schen mit et­was mehr und an­de­re mit we­ni­ger Wi­der­stands­kraft aus­stat­ten. Und vie­le Wei­chen für ei­ne bes­se­re oder nicht so gu­te Re­si­li­enz wer­den in der Kind­heit ge­legt. Doch so et­was wie ei­ne Ga­ran­tie für le­bens­lan­ge Re­si­li­enz gibt es für nie­man­den.

Im Um­kehr­schluss folgt dar­aus ei­ne gro­ße Chan­ce …

 

Mehr Re­si­li­enz als Übungs­feld

Es ist in je­dem Al­ter mög­lich, et­was für sei­ne in­ne­re Stär­ke zu tun!

Re­si­li­enz ist vor al­lem ein Bün­del von Hal­tun­gen, Fä­hig­kei­ten und Stra­te­gien, die wir uns an­eig­nen und üben kön­nen. Es wä­re in un­se­rem ur­ei­ge­nen In­ter­es­se ex­trem scha­de, wenn wir un­se­ren per­sön­li­chen Ein­fluss auf ei­nen ge­lin­gen­de­ren Um­gang mit Kri­sen und Be­las­tun­gen nicht nut­zen wür­den.

Mit fünf pra­xis­er­prob­ten We­gen zu mehr Re­si­li­enz kön­nen Sie die ers­ten Schrit­te tun. Vie­le Ma­le ha­be ich ge­se­hen und er­fah­ren, dass in uns ein be­deu­ten­der Spiel­raum für ein leich­te­res und zu­gleich er­fül­len­de­res Le­ben liegt.

Die fol­gen­de Lis­te er­hebt kei­nen An­spruch auf Voll­stän­dig­keit und ei­ni­ge der Hal­tun­gen und Stra­te­gien kom­men Ih­nen wahr­schein­lich be­kannt vor.

Um­so bes­ser! Ich möch­te Sie an die­ser Stel­le da­zu an­re­gen, sich bei je­der ein­zel­nen zu über­le­gen, wel­che Sie in wel­chem Le­bens­be­reich schon er­folg­reich an­wen­den und bei wel­cher Sie mög­li­cher­wei­se noch Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al ha­ben.

 

 

5 Hal­tun­gen und Stra­te­gien für mehr Re­si­li­enz

 

1. Ak­zep­tie­ren Sie, was sich nicht än­dern lässt

So­fern sie nicht zu än­dern ist: Neh­men Sie die Si­tua­ti­on an, wie sie ist. Miss­erfol­ge, Be­las­tun­gen und Kri­sen sind nor­ma­le Be­stand­tei­le des Le­bens. Wenn Sie da­ge­gen an­kämp­fen, ver­schwen­den Sie un­nö­tig En­er­gie und Res­sour­cen. Die­se feh­len Ih­nen dann bei der Su­che nach ge­eig­ne­ten Lö­sun­gen. Üben Sie statt­des­sen Ge­las­sen­heit und Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz.

Das be­kann­te Ge­las­sen­heits­ge­bet, des­sen Ur­he­ber nicht si­cher zu er­mit­teln ist, hat aus mei­ner Sicht sei­nen be­frei­en­den Charme bis heu­te nicht ver­lo­ren. Gleich­zei­tig ver­hin­dert es Gleich­gül­tig­keit und man­geln­des En­ga­ge­ment:

„Gott (oder wer oder was Sie hier einsetzen möchten), 
gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, 
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

 

2. Bli­cken Sie op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft

Ver­trau­en Sie dar­auf, dass bes­se­re Zei­ten für Sie kom­men. Selbst­ver­ständ­lich soll­ten Sie wäh­rend­des­sen den Kopf nicht in den Sand ste­cken, son­dern das Nö­ti­ge da­zu bei­tra­gen.;-)

3. Ver­trau­en Sie Ih­rer Selbst­wirk­sam­keit

Glau­ben Sie an sich und Ih­re Fä­hig­keit, die Kri­se oder be­las­ten­de Si­tua­ti­on er­folg­reich zu ma­na­gen. Viel­fach zei­gen Stu­di­en, dass die Über­zeu­gung, den Her­aus­for­de­run­gen, die sich uns stel­len, ge­wach­sen zu sein, oft ent­schei­dend da­für ist, ob wir es tat­säch­lich schaf­fen oder nicht.

Be­sin­nen Sie sich da­bei vor al­lem auf Ih­re Stär­ken. Über­le­gen Sie, wie Sie sie ge­zielt zur Kri­sen­be­wäl­ti­gung ein­set­zen kön­nen.

Zu ei­nem ge­sun­den Glau­ben an die ei­ge­ne Selbst­wirk­sam­keit trägt auch ganz ent­schei­dend bei, dass wir gut mit uns um­ge­hen. Das be­inhal­tet ne­ben ei­ner wert­schät­zen­den Be­zie­hung mit sich selbst nicht zu­letzt, för­der­li­che Dia­lo­ge mit sich zu füh­ren. Und nicht, wie es lei­der viel zu oft ge­schieht, sich in den ei­ge­nen Selbst­ge­sprä­chen skan­da­lös ab­wer­tend zu be­han­deln.

4. Schät­zen Sie den Wert von Rat und Un­ter­stüt­zung

Nur schein­bar ist das ein Wi­der­spruch zum vor­he­ri­gen Punkt:

An­er­ken­nen Sie, dass es ein Zei­chen von Stär­ke und von Le­bens­klug­heit ist, zu er­ken­nen, wann Un­ter­stüt­zung rat­sam oder not­wen­dig ist. Recht­zei­tig da­für zu sor­gen, zeich­net ge­ra­de er­folg­rei­che Men­schen aus.

5. Se­hen Sie Her­aus­for­de­run­gen als Ent­wick­lungs­chan­cen

Ha­ben Sie den Mut, den Her­aus­for­de­run­gen, die Ih­ren Weg kreu­zen, of­fen und krea­tiv zu be­geg­nen, statt vor ih­nen zu flie­hen. Denn wer be­reit ist, sich auch auf schwie­ri­ge Si­tua­tio­nen ein­zu­las­sen und sich ih­nen be­wusst zu stel­len, kann dar­an wach­sen. Und der nächs­ten Her­aus­for­de­rung ge­las­se­ner ent­ge­gen se­hen.

 

… Und be­hal­ten Sie Ih­ren Hu­mor. Erst recht in ei­ner schwie­ri­gen Si­tua­ti­on oder Kri­se.

 

 

Bild: Pixabay

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