Nein sa­gen ler­nen: Wie du als em­pa­thi­scher Mensch dei­ne Gren­zen ziehst (7 Im­pul­se)

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Ak­tua­li­siert am 28. No­vem­ber, 2022 von Ma­nue­la

 

Nein sagen lernen ist wichtig für ein erfülltes Leben!

 

Fällt dir das Nein sa­gen schwer?

Geht es dir manch­mal so, dass du et­was ei­gent­lich nicht möch­test – und schwupp­di­wupp, eh du dich ver­siehst, ist dir schon wie­der ein Ja über die Lip­pen ge­flutscht.

Mög­li­cher­wei­se ein klei­ner Trost für dich: Da­mit stehst du nicht al­lein.

Vie­le von uns tun sich un­glaub­lich schwer da­mit, an­ge­mes­se­ne Gren­zen zu set­zen und da­bei ist dies ei­ne so fun­da­men­ta­le Vor­aus­set­zung für ein selbst­be­stimm­tes und er­füll­tes Le­ben!

Vor al­lem, wenn du sehr viel Wert dar­auf legst, dass an­de­re gut von dir den­ken oder du sehr em­pa­thisch bist, kann es sein, dass ein et­was häu­fi­ge­res Nein dein Le­ben und auch dein Sein für dei­ne Lie­ben und an­de­re Men­schen, die dir wich­tig sind, ver­bes­sert, oh­ne dass du da­durch zum Ego­is­ten oder zur Ego­is­tin mu­tierst oder Be­zie­hun­gen auf Au­gen­hö­he sa­bo­tierst. Viel eher wird das Ge­gen­teil der Fall sein.

Im Fol­gen­den möch­te ich sie­ben Im­pul­se mit dir tei­len, wie du als em­pa­thi­scher Mensch an­ge­mes­se­ne Gren­zen setzt  Wenn du dei­ne Kom­pe­tenz zum an­ge­mes­se­nen Nein sa­gen er­höhst wirst du dein Le­ben und dei­ne Be­zie­hun­gen viel mehr ge­stal­ten und ge­nie­ßen kön­nen. Ich weiß, wo­von ich spre­che…

 

Mach dir nicht zu vie­le Ge­dan­ken!

Viel­leicht kennst du das auch: Du über­legst hin und her, was ein Freund oder ein an­de­rer dir na­he­ste­hen­der Mensch über dich den­ken wird, wenn du ihm mal ei­ne Bit­te aus­schlägst. Dann machst du dir wo­mög­lich ei­nen gro­ßen Kopf dar­um, was die­se Per­son nun von dir hal­ten wird. Viel­leicht malst du dir die schlimms­ten Din­ge aus, was er oder sie nun von dir den­ken wird, wenn du die­sen Ge­fal­len aus­schlägst.

Doch ist das wirk­lich so? Um das her­aus­zu­fin­den könn­ten wir die Pro­be aufs Ex­em­pel ma­chen und die be­tref­fen­de Per­son ein­fach fra­gen, oder aber als ri­si­ko­är­me­re Va­ri­an­te men­tal ein­mal die Sei­ten tau­schen.

Was mei­ne ich da­mit? Über­le­ge dir, was du über die be­tref­fen­de Per­son den­ken wür­dest, wenn sie dir ei­nen ver­gleich­ba­ren Wunsch aus­schlägt. Ja, es könn­te sein, dass du zu­erst ent­täuscht wärst, viel­leicht wür­dest du dich auch ein we­nig är­gern. Doch nach ei­ni­gem Nach­den­ken ver­stehst du viel­leicht die Grün­de, war­um die­se Per­son nein ge­sagt hat und dir in die­ser Sa­che zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt nicht hel­fen will.

Mög­li­cher­wei­se ist sie ge­ra­de an­der­wei­tig zu sehr ein­ge­spannt oder be­nö­tigt im Mo­ment ein­fach mehr Zeit für sich und ist ein an­de­res Mal wie­der ger­ne be­reit, dich zu un­ter­stüt­zen. Wür­dest du die­se Per­son dann wo­mög­lich nicht da­für be­wun­dern, dass sie den Mut hat­te, ehr­lich zu dir zu sein, in­dem sie nicht vor­schnell ja zu et­was sagt, was sie nicht möch­te?

Was auch viel öf­ter der Fall ist, als wir das den­ken, ist, dass sich die an­de­re Per­son gar nicht so vie­le Ge­dan­ken dar­über macht, dass wir nein ge­sagt ha­ben, son­dern sich viel mehr über­legt, wen sie statt­des­sen fra­gen könn­te.

Als Nächs­tes gibt es ei­ne Sa­che zu be­spre­chen, die viel­leicht et­was schwie­ri­ger zu ver­dau­en ist und die mög­li­cher­wei­se auch ein biss­chen weh tut. Doch letzt­lich tust du dir ei­nen gro­ßen Ge­fal­len, wenn du die Sa­che, um die es ge­hen wird, voll und ganz durch­schaust. Du kannst dann ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen zie­hen und dir für die Zu­kunft viel Un­heil­vol­les er­spa­ren.

 

Hin­ter­fra­ge, wer wirk­lich schlecht von dir denkt, wenn du mal Nein sagst und war­um!

Im un­güns­ti­gen Fall könn­te es sich her­aus­stel­len, dass es in dei­nem pri­va­ten Um­feld Men­schen gibt, die dich nur dann mö­gen, wenn du ih­nen hilfst. Das ist dann ganz be­son­ders bit­ter, wenn es sich hier­bei um ei­nen Men­schen han­delt, der dir sehr wich­tig ist. Doch Leu­te, die dich nur dann mö­gen, wenn du ih­nen ei­nen Ge­fal­len tust, soll­test du nach Mög­lich­keit aus dei­nem Le­ben ver­ban­nen!

Zu­min­dest aus dei­nem nä­he­ren Um­feld, da dies ganz und gar nicht den Stan­dards für ei­ne gu­te freund­schaft­li­che und erst recht nicht für ei­ne ge­sun­de part­ner­schaft­li­che Be­zie­hung ent­spricht.

Hier ist es um­so wich­ti­ger, an­ge­mes­se­ne Gren­zen glas­klar zu kom­mu­ni­zie­ren und bei die­sen Gren­zen auch zu blei­ben. Das er­mög­licht dir nicht nur ein bes­se­res ei­ge­nes Stan­ding, son­dern wird ne­ben­bei auch zu mehr Re­spekt der an­de­ren Per­son dir ge­gen­über füh­ren. Nicht, dass dir die­ser Aspekt über­trie­ben wich­tig sein soll­te, aber so­fern du dich der ent­spre­chen­den Per­son nicht ent­zie­hen kannst oder willst, ist es in je­dem Fall hilf­reich, wenn du an­ge­mes­se­nen Re­spekt ein­for­derst. Das gilt ins­be­son­de­re na­tür­lich auch im be­ruf­li­chen Kon­text oder im Kon­takt mit Kun­den.

 

Auch beim Nein sa­gen gilt: Klei­ne Schrit­te, im­mer wie­der ge­gan­gen, füh­ren zum Er­folg!

Kann sein, dass du dich bei dei­nen ers­ten Neins noch ziem­lich un­wohl fühlst. Doch wenn du dir dei­ne gu­ten Grün­de für dein Nein ver­ge­gen­wär­tigst, wird es ein­fa­cher und dein Han­deln be­stimm­ter. Füh­re dir auch im­mer wie­der vor Au­gen, wo­für dein Nein ein Ja be­deu­tet.

Ein Nein zu ei­ner Ex­tra­por­ti­on Ar­beit ist viel­leicht ein Ja für dei­ne Ge­sund­heit oder für mehr ge­mein­sa­me Zeit mit der Fa­mi­lie. Klar, an­fangs mag dir das Set­zen an­ge­mes­se­ner Gren­zen Über­win­dung kos­ten, doch auch hier greift zu­min­dest ein Stück weit das Ge­setz der Ge­wohn­heit. Je öf­ter du dich zu ei­nem re­flek­tier­ten Nein durch­ringst, des­to leich­ter wird es dir fal­len.

 

Wis­se um dei­ne Prio­ri­tä­ten und sa­ge des­halb öf­ter mal Nein!

Kennst du dei­ne Prio­ri­tä­ten und weißt du, was dir im Le­ben wirk­lich wich­tig ist? Wenn du dei­ne Wer­te kennst und weißt, was dir wie wich­tig ist, un­ter­stützt dich das enorm beim Set­zen von Gren­zen. Von Gren­zen, die zu dir, dei­nen Le­bens- und Ar­beits­be­din­gun­gen und zu dei­nen ethi­schen Maß­stä­ben pas­sen. Da­mit er­sparst du dir un­an­ge­mes­se­ne Schuld­ge­füh­le, wenn du Nein sagst zu et­was, was dei­ner ak­tu­el­len Prio­ri­sie­rung nicht ent­spricht.

Ver­wandt mit die­sem Punkt ist nicht zu­letzt auch die nächs­te Re­gel.

 

Sei acht­sam mit dir selbst und teil dei­ne Gren­zen of­fen mit!

Was vie­le von uns mit­un­ter nicht so rich­tig auf dem Schirm ha­ben, ist, dass es nicht nur die zeit­li­chen Res­sour­cen sind, die be­grenzt sind, son­dern auch die geis­ti­gen, kör­per­li­chen und emo­tio­na­len. Und wenn wir die­se über­stra­pa­zie­ren scha­det das nicht nur uns selbst, was schon schlimm ge­nug wä­re, son­dern auch dem, was wir tun und de­nen, die uns wich­tig sind.

Des­halb: Kom­mu­ni­zie­re klar und deut­lich nach au­ßen, was du schaf­fen kannst und willst und was nicht. Dann kann sich je­der ent­spre­chend dar­auf ein­stel­len und weiß, wor­an er ist. Z.B., wenn es dir für dein Wohl­be­fin­den wich­tig ist, dass du in dei­nen ers­ten bei­den Ar­beits­stun­den des Ta­ges un­ge­stört bleibst, hän­ge ein ent­spre­chen­des Schild an dei­ne Tür, dass du nur in ab­so­lu­ten Not­fäl­len kon­tak­tiert wer­den darfst – näm­lich dann, wenn dei­ne Prio­ri­tät des Un­ge­stört­seins durch ei­ne hö­he­re Prio­ri­tät, wie et­wa ein Un­fall ei­nes Fa­mi­li­en­mit­glieds, über­trof­fen wird.

 

Du darfst Nein sa­gen, oh­ne dich zu recht­fer­ti­gen!

Ge­ra­de, wenn es die Men­schen, mit de­nen du zu hast, ge­wohnt sind, dass du fast im­mer Ja sagst, wenn sie dich um et­was bit­ten und du dich von nun an mehr ab­gren­zen möch­test bzw. selbst ent­schei­den möch­test, wo­zu und wann du ja sagst, ist es es­sen­zi­ell, dass du dich nicht ent­schul­digst, wenn du Nein sagst. Es ist nicht not­wen­dig, dass du dich da­für recht­fer­tigst, son­dern du hast prin­zi­pi­ell das Recht, zu hel­fen oder auch nicht. Denn, wenn du nur zö­ger­lich Nein sagst und Ent­schul­di­gun­gen da­für her­vor­stam­melst, dass du Gren­zen setzt und ei­ge­ne le­gi­ti­me Zie­le ver­folgst, schwächt dich das und stärkt zu­gleich das An­sin­nen der­je­ni­gen, dich er­neut um das An­ge­frag­te zu bit­ten und dein Nein nicht zu ak­zep­tie­ren.

 

Gib dir Zeit und über­le­ge sorg­fäl­tig, ob du Ja oder Nein sa­gen willst!

Zwar ist es lei­der oft so, dass wir als sehr em­pa­thi­sche Men­schen da­zu ten­die­ren, so­fort Ja zu sa­gen, wenn wir um ei­nen Ge­fal­len ge­be­ten wer­den – kaum hat der an­de­re aus­ge­spro­chen, kommt uns schon ein po­si­ti­ver Be­scheid von den Lip­pen, doch in den meis­ten Fäl­len müs­sen wir gar nicht so­fort ant­wor­ten, son­dern kön­nen uns Be­denk­zeit neh­men, in­dem wir bei­spiels­wei­se ant­wor­ten: Das kann ich jetzt noch nicht sa­gen, ich ge­be Ih­nen mor­gen Be­scheid.

In der Zwi­schen­zeit kannst du dir et­wa die­se drei Fra­gen stel­len:

  • Bleibt ge­nug Zeit für mei­ne ei­ge­nen Be­lan­ge, wenn ich die­ser Per­son hel­fe?
  • Är­ge­re ich mich nach mei­nem Ja über die Per­son, die mich um et­was ge­be­ten hat?
  • Är­ge­re ich mich über mich selbst, weil ich Ja ge­sagt ha­be?

Falls es in Aus­nah­me­fäl­len so sein soll­te, dass ei­ne so­for­ti­ge Ant­wort er­for­der­lich ist und du dir nicht si­cher bist, wie du dich ent­schei­den möch­test, sag als ge­wohn­heits­mä­ßig hilfs­be­rei­ter Mensch lie­ber erst­mal nein. Das lässt sich spä­ter leich­ter in ein Ja ver­wan­deln als um­ge­kehrt.

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